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Nachrichten Medien & TV Die Mondlandung als Fernsehereignis
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20:36 08.07.2009
Die Eroberung des Mondes war das erste globale Fernsehereignis.
Die Eroberung des Mondes war das erste globale Fernsehereignis. Quelle: afp/NASA
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Astronaut Neil Armstrong sollte eigentlich einen "kleinen Schritt für einen einzelnen Menschen" beschreiben, vergaß aber wegen der Strapazen den englischen Vokal "a", sodass er, übersetzt ins Deutsche, sagte: "Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen ... ein ... riesiger Sprung für die Menschheit."

Mit Neil Armstrong hatte die Menschheit einen fremden Planeten betreten. Und 600 Millionen Menschen waren an den Fernsehbildschirmen live zugeschaltet. Lange vor den medial übertragenen Trauerfeiern für Prinzessin Diana oder Michael Jackson war also die Eroberung des Mondes das erste globale Fernsehereignis. Ein bisschen was von diesem Fernsehereignis möchten die großen deutschen Fernsehsender auch ins Heute überführen, wenn sie in den nächsten Tagen und Wochen mit Dokumentationen und Spielfilmen an die Mondlandung vor 40 Jahren erinnern.

Einer der Köpfe hinter der ersten Mondlandung war der Deutsche Wernher von Braun - den die US-Amerikaner bei Kriegsende in Nazideutschland festgenommen hatten und als "erbeuteten" Raketentechniker in den USA weiterarbeiten ließen. Er entwickelte das Sprungbrett für die Reise zum Mond, die Trägerrakete "Saturn V". Dabei wollte er eigentlich noch höher hinaus, zum Mars.

Das ZDF hat daraus ein "Doku-Drama" in zwei Akten gemacht: In einer Kombination aus Spielszenen (mit Ludwig Blochberger und Daniel Rohr in der Titelrolle), Interviews mit Wegbegleitern, Schilderungen von ehemaligen Zwangsarbeitern, neu aufgetauchten Dokumenten und neu erstellten Computeranimationen entsteht ein Porträt über das Leben des Raketenmannes.

Er war Wegbereiter jener Szene vom Mond, die 600 Millionen Menschen vor den Fensehschirmen erleben sollten. Er war aber auch der Geburtshelfer der "V2", einer von Hitlers "Vergeltungswaffen", die Tausende Menschen das Leben kosteten. "Von Braun ging in Kriegszeiten auch über Leichen", sagt Stefan Braunburger, der als Historiker wesentlichen Anteil an der Dokumentation hat und Details recherchierte, die bisher nicht bekannt waren. So kommt hier erstmals eine enge Vertraute von Brauns, seine Sekretärin Dorette Schlidt, zu Wort. Und es findet der ehemalige KZ-Zwangsarbeiter Albert van Dijk Gehör, der an einer Stelle unmissverständlich klarmacht: "Wernher von Braun hat sein Ziel durch Sklavenarbeit erreicht." Die Geschichte der Mondlandung ist somit auch ein Stück deutsche Geschichte.

Weitere Informationen

Nasa-Video über die Mondmission (externen Link)

"That's one small step for man...": Nasa-Video vom ersten Schritt auf dem Mond (externer Link)

"The eagle has landed": Nasa-Video von der Mondlandung (externer Link)

TV-Tipps

"Der Raketenmann": Doku-Drama über die Forscherlegende Wernher von Braun, ZDF, Dienstag, 14. Juli, 20.15 Uhr.

"Apollo 13": Spielfilm mit Tom Hanks, ZDF, Freitag, 17. Juli, 0.15 Uhr.

"Logo! Deine Nachrichten": Kinderreporter Chris in Cape Canaveral, Sonnabend, 18. Juli, 8.50 Uhr.

"Apollo 11 - Erste Schritte auf dem Mond": Dokumentation aus den USA (2005) in deutscher Erstausstrahlung,
SuperRTL, Sonnabend, 18. Juli, 21.15 Uhr.

"Zwischenstation Mond - auf dem Weg ins All": Lange Nacht mit Harald Lesch, ZDF, Sonntag, 19. Juli, 0.20 Uhr.

"Die ersten Raumfahrer": Dokumentation über die ersten Versuche der Raumfahrt Ende der fünfziger Jahre, 3sat, Montag, 20. Juli, 20.15 Uhr.

"For all Mankind - ein großer Schritt für die Menschheit": Doku-Film mit Originalmaterial, 3sat, Montag, 20. Juli, 23.10 Uhr.

"Mondnacht": arte, 20. Juli.

"Houston, wir haben ein Problem - Die wahre Geschichte von Apollo 13": US-Doku in deutscher Erstausstrahlung, SuperRTL, Sonnabend, 25. Juli, 21.15 Uhr.