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Medien & TV Die Soko Kabul übernimmt
Nachrichten Medien & TV Die Soko Kabul übernimmt
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08:32 15.12.2011
Von Marina Kormbaki
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Kabul

Das ist der Titel einer neuen Krimiserie, die das Vertrauen der Afghanen in ihre Polizei stärken soll. Die Idee zur Serie hatte die Polizeimission der Europäischen Union in Afghanistan, EUPO. Gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) soll die Serie nun umgesetzt werden und schon im kommenden Jahr im Vorabendprogramm des afghanischen Staatsfernsehens laufen – der wichtigsten Informationsquelle in einem Land, in dem 70 Prozent der Bevölkerung Analphabeten sind. „Kleine Alltagsgeschichten, verpackt in 20 jeweils 24-minütige Folgen werden das sein“, sagt Jochen Salow. „Sie sollen den Menschen vermitteln, dass die Polizei nach rechtsstaatlichen Prinzipien arbeitet und die Bösen dingfest macht.“ Ob das deutsche Engagement auf deutsche TV-Vorbilder für  „Kommissar Amanullah“ schließen lässt? Salow winkt ab: „Nein, nein. Wir bringen nicht die ,SOKO Leipzig‘ nach Kabul.“

Salow weiß um die speziellen Schwierigkeiten in und rund um die afghanische Polizei. Er ist Programmleiter der GIZ-Polizeiaufbauarbeit. Seine Leute bringen den angehenden Polizisten Lesen und Schreiben bei und schulen sie im Umgang mit Rechtsstaatsprinzipien, mit Frauen und Angehörigen unterschiedlicher Stämme. „Die Polizei wird erst seit 2008 systematisch aufgebaut“, sagt Salow. „Die 136.000 Polizisten im Land sind ja gerade erst rekrutiert worden.“

Und es sollen mehr werden, vor allem mehr Frauen. Zurzeit zählt das Polizeikorps des Landes gerade einmal 1300 Frauen. Dass sie auch in Afghanistan sehr wohl für die Exekutive taugen, dafür ist Saba Sahar wohl das beste Beispiel. Sahar ist Polizistin, hat eine eigene Filmproduktionsfirma, schreibt Drehbücher, führt Regie und steht auch oft vor der Kamera. Dann spielt sie vorzugsweise die Polizistin, die sich mit aller Entschlossenheit für Frauen einsetzt, die Opfer von Gewalt geworden sind. „Jeder hier in Afghanistan kennt Sahar“, sagt Salow. „Sie ist ein großes Vorbild“.

Dass ein bisschen was vom Ruhm Sahars auf die echte Polizei abfärbt, darauf hoffen nun die Aufbauhelfer. Deshalb spielt sie bei „Kommissar Amanullah“ mit – sie ist aber nicht „Kommissar Amanullah“. Das ist ein Mann. Sahar ist dessen clevere Partnerin. „Es kommt besser an, wenn die Hauptrolle ein Mann hat“, sagt Salow. Es gibt also noch eine Menge zu tun für Kommissarin Sahar.

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