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17:43 14.02.2014
Welt-Pressefoto des Jahres 2013: John Stanmeyer. Sein Foto zeigt eine Gruppe afrikanischer Migranten an der Küste Dschibutis. Quelle: John Stanmeyer / VII Agency / National Geographic
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Amsterdam

Ein im Mondlicht entstandenes Foto von afrikanischen Migranten ist zum Pressefoto des Jahres 2013 gekürt worden. Das teilten die Organisatoren des World Press Photo Award am Freitag in Amsterdam mit. Aufgenommen wurde das Foto von dem US-Fotografen John Stanmeyer. Es zeigt Silhouetten afrikanischer Flüchtlinge, die ein letztes Mal vor ihrem Aufbruch in ein "besseres Leben" auf der Suche nach Handy-Empfang ihre Telefone in die Luft halten. Sie erhoffen am Strand von Dschibuti ins kostenlose Handynetz des Nachbarlandes Somalia zu gelangen.

Die Jury des "World Press Photo" hat die Gewinner des Wettbewerbs 2013 bekanntgegeben. Insgesamt wurden Preise in neun Kategorien an 53 Fotografen aus 25 Ländern vergeben.

Stanmeyer gelang die Aufnahme im Februar vergangenen Jahres. Dschibuti ist ein Knotenpunkt für Migranten aus Somalia, Äthiopien und Eritrea. Die Belichtung erfolgte ausschließlich durch das Mondlicht und die Display-Beleuchtung der hochgehaltenen Handys. Stanmeyers Foto sei "mit vielen anderen Themen verbunden", erklärte Jury-Mitglied Jillian Edelstein. "Es bereitet den Weg für Diskussionen über Technologie, Globalisierung, Migration, Armut, Verzweiflung, Entfremdung, Menschlichkeit." Jury-Mitglied Susan Linfield sagte, Migranten würden auf Fotos meist verwahrlost und pathetisch aussehen. "Aber dieses Foto ist weniger romantisch als würdevoll."

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In einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP sagte Stanmeyer, er fühle sich "geehrt" durch die Auszeichnung. "Dieses Foto ist poetisch, es spricht uns alle an", sagte er. "Es sind einfach Leute, die ihre Lieben anrufen wollen. Das könnten Sie oder ich oder irgendjemand anders sein." Auf der Webseite des Fotografen heißt es, das Bild drehe sich um "soziale Ungleichheiten, die Ausrottung der Armut in der Welt und Menschenrechte". Stanmeyer arbeitet für die US-Fotoagentur VII, deren Gründer Gary Knight Vorsitzender der 19-köpfigen Jury war. Der im US-Bundesstaat Illinois geborene Stanmeyer hatte das preisgekrönte Foto für das Magazin "National Geographic" aufgenommen.

 Die Jury hatte in den vergangenen zwei Wochen in Amsterdam fast 100.000 Fotos gesichtet, die 5754 Fotografen aus 132 Ländern eingereicht hatten. Hauptgewinner Stanmeyer erhält bei der Preisverleihung im April in Amsterdam 10.000 Euro Preisgeld und eine Kamera. Insgesamt erhalten 53 Fotografen aus 25 Ländern einen Preis in neun Kategorien.

Darunter ist der deutsche Fotograf Julius Schrank, der in Hannover studiert hat. Sein Bild zeigt Mitglieder der Kachin Independence Army in Burma, die während der Beerdigungsfeier für ihren getöteten Kommandeur trinken und singen (Das Foto finden Sie in unserer Bildergalerie weiter oben in diesem Text). Er gewann damit den ersten Preis in der Kategorie "Daily Life Single".

dpa/mic

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