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Medien & TV Drehbuch-Affäre erschüttert den Norddeutschen Rundfunk
Nachrichten Medien & TV Drehbuch-Affäre erschüttert den Norddeutschen Rundfunk
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18:44 27.08.2009
Quelle: Handout (Archiv)
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Dies geht aus einem Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagausgabe) hervor. Deshalb habe sich der NDR am Donnerstag mit sofortiger Wirkung von der leitenden Mitarbeiterin getrennt und sie suspendiert, teilte ein Sprecher des Senders mit.

Der NDR bereite eine fristlose Kündigung vor. Auslöser seien Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ gewesen, in deren Ergebnis der Sender unverzüglich Hinweisen über Verfehlungen bei der Auswahl und Vergabe von Drehbüchern in der Redaktion von H. nachgegangen sei.

Nach Angaben des NDR-Sprechers räumte H. ein, dass ihr Ehemann von 2001 bis 2009 über zwei Produktionsfirmen insgesamt fünf Drehbuchaufträge für Fernsehfilme erhielt. Dem NDR gegenüber sei ihr Ehemann unter dem Pseudonym Niklas Becker aufgetreten. Vier dieser Drehbücher seien von der Münchner Produktionsfirma AllMedia Pictures GmbH verfilmt und mit dem NDR abgerechnet worden. Ein fünfter Drehbuchauftrag an H.„s Mann sei dem Sender von der Firma Oberon Media Service Film GmbH aus Grünwald in Rechnung gestellt worden.

Laut Zeitung gibt es Hinweise, dass für nicht existierende Drehbücher Geld gezahlt worden sein könnte. Dies würde den Tatbestand des Betrugs erfüllen. Beim NDR habe angeblich niemand gewusst, dass hinter dem Pseudonym Becker H.„s Ehemann stecke. In ARD-Presseheften sei eine erfundene Biografie des Autors Becker veröffentlicht worden, der in Übersee lebe.

NDR-Intendant Lutz Marmor sagte: „Gegen unlauteres Verhalten gibt es keinen absoluten Schutz.“ Der NDR habe nach den ersten Hinweisen unverzüglich eine Prüfung eingeleitet. Er sicherte eine „umfassende Aufklärung“ zu. Die Leitung der Fernsehfilmredaktion hat den Angaben zufolge zunächst Programmbereichsleiter Thomas Schreiber übernommen.

H. unterstanden laut Zeitung beim Sender die „Tatort“-Kommissare und die Ermittler vom „Polizeiruf 110“. Außerdem steuerte ihr Ressort jedes Jahr mehr als ein Dutzend Fernsehfilme zum Programm der ARD bei.

ddp