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Medien & TV Drei neue Polizisten im „Großstadtrevier“
Nachrichten Medien & TV Drei neue Polizisten im „Großstadtrevier“
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17:56 14.08.2012
Dirk Matthies alias Jan Fedder ist wieder mit dabei, bei den Dreharbeiten zur 26. Staffel Großstadtrevier. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hamburg

Mit aufgeschnittener Brust liegt der Leichnam auf dem Tisch eines altertümlichen Krankenhauses. Sein Blut schimmert im spärlichen Licht des Gewölbes, an dessen Wänden Schädel und verstaubte medizinische Gefäße lagern. „Pest 1350“ hat jemand darüber geschrieben. Neben dem Silikon-Toten glitzert Kostbares von heute – Uhren, Ketten, Broschen voller Edelsteine und Perlen. Davor begehrliche Männeraugen und ein hässlicher Streit. Plötzlich durchschneidet die markante norddeutsche Stimme von Schauspieler Jan Fedder, der Polizeilederjacke trägt, den Raum: „Du bist vorläufig festgenommen.“

Dreharbeiten zur 26. Staffel der Kult-Krimiserie „Großstadtrevier“, die am 12. November in der ARD anläuft, im Gruselkabinett „Hamburg Dungeon“ in der historischen Speicherstadt an der Elbe. Während dreier August-Nächte wuselt ein Team von 38 Menschen, darunter neun Darsteller, streng nach Plan und unter freundlich-bestimmter Regie von Marcus Weiler durch die engen, stickigen Räume voller Schreckensszenerien - von abends um sechs bis morgens um fünf. Extra-Aufbauten waren nicht notwendig, nur den Schmuck hat Innenrequisiteur Jan Meybek von der Studio Hamburg GmbH mitgebracht, die wie immer alle Folgen produziert.

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Dafür ist das Arbeiten schwierig, denn an den mit Requisiten bestückten Decken lassen sich keine Lampen installieren. Auch für die Kamera, hinter der Achim Hasse steht, gibt es wenig Platz. Doch alle sind Vollprofis, kennen einander meist seit vielen Jahren. Hochkonzentriert wird die Szene bis Mitternacht wiederholt, um verschiedene Perspektiven einzufangen. Bereits seit 1986 gibt es die sehr menschlich getönten, manchmal skurrilen Geschichten aus dem fiktiven 14. Kommissariat. „Wir sind eine Visitenkarte Hamburgs“, sagt Herstellungsleiter Joerg Pawlik stolz.

Der durchschnittliche Marktanteil der Serie liegt derzeit bei 8,7 Prozent (1,91 Millionen Zuschauer pro Folge). Die Tendenz ist leicht abnehmend: Im gesamten Jahr 2009 etwa betrug er noch 12,6 Prozent (3,01 Millionen Zuschauer). Das ARD-Vorabendprogtramm hat kontinuierlich Zuschauer verloren.

Veränderungen sollen die Traditionsserie auffrischen. Über Genaues hält man sich bei der ARD noch bedeckt. Nur soviel: Ein Newcomer-Team gibt es, gespielt von Wanda Perdelwitz und Sven Fricke. Im Dungeon, für die 332. Gesamt- und sechste Staffelfolge „Dirk und die Kammer des Schreckens“, hat Fedders Polizist außerdem einen neuen Streifenpartner zur Seite, an den er sich erst gewöhnen musste – Hauptkommissar Paul Dänning (Jens Münchow) ist eben ein Mann und damit erstmals keine Kollegin.

Fedder (57), der zuvor in „Großstadtrevier“-Einzelfolgen als Reporter und lärmender Mieter aufgetreten war, verkörpert seit 1992 den Polizeikommissar Dirk Matthies und damit die bodenständige Hauptfigur, um die alles kreist – die Aufklärungsarbeit und die Sorgen der Mitarbeiter.

Der urige Schauspieler („Der Mann im Strom“), auf St. Pauli aufgewachsen, fühlt sich vom Gruselort inspiriert. „Ich finde es wunderbar, am liebsten würde ich meinen Bauernhof auch so einrichten“, erklärt er gut gelaunt in einer kurzen Pause an der frischen Luft der Deutschen Presse-Agentur. „Ich glaube, es gibt in der Stadt keine Ecke, in der wir nicht waren – das ist hochinteressant“, sagt Fedder. Und fügt ohne falsche Bescheidenheit hinzu: „Mein Name ist hier ein Türöffner.“ Routine schleiche sich „in keinster Weise“ ein, sagt er: „Wir haben Spaß und Humor, lachen uns jeden Tag kaputt – sonst würde ich das nicht mehr machen.“

Beim Dreh im Gruselkabinett ist auch die seit 1994 als Polizeihauptmeisterin „Harry“ Möller vertraute Maria Ketikidou mit dabei. Im Gerangel mit einer Filmfigur stürzen beide zu später Stunde so unglücklich, dass einer Deko-Leiche aus Kunstharz ein Fuß abbricht. Ein Schaden, der schnell durch einen Mitarbeiter des Hauses behoben wird. Doch noch ein zweites Geschick ereilt Ketikidou: Durch einen Schlag, den sie abbekommt, fühlen sich ihre Lippen geschwollen an. „Ich hab’ dir doch gesagt, du sollst kein Botox nehmen“, frotzelt Fedder. In der Tat: Der raue Humor der Serie spielt auch am Set eine Rolle.

dpa

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