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Medien & TV Moderatorin Dunja Hayali besucht Neonazi-Festival – Polizei rät ihr, wieder zu gehen
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Dunja Hayali besucht Neonazi-Festival – was die Moderatorin erlebt, macht sie sprachlos

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10:21 12.07.2019
Machte den Rechtsextremismus in Deutschland in ihrer Sendung zum Thema: Moderatorin Dunja Hayali. Quelle: ZDF/Svea Pietschmann
Mainz

Wie tritt die Neonazi-Szene nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke auf? Das war die zentrale Frage bei der ZDF-Sendung „dunja hayali“ mit der gleichnamigen Moderatorin am Mittwochabend. Hayali war dafür ein Wochenende zuvor im thüringischen Themar bei einem der größten Rechtsrockfestivals Europas. Dort hat sie unter anderem mit Teilnehmern und der Polizei gesprochen. Und bekam einige Aussagen zu hören, die sie sprachlos machten.

Verfassungswidrige Symbole und Hitlerrelativierungen

Auf Meinungsfreiheit plädiert die Festivalbesucherin Angela Schaller, laut ZDF eine in der Szene bekannte Nationalsozialistin. Von Hayali auf das Thema Neonazi angesprochen, sagt sie: „Wenn er doch meint, dass er Herrn Hitler gut findet, dann soll er das doch machen.“ Hayali spricht sie auf die sechs Millionen Opfer des Holocaust an. Ihre Gegenfrage: „Waren Sie dabei, bei den Morden?“ Weiter dazu äußern wollte sie sich dann nicht mehr – „Das darf ich nicht bestreiten, weil das strafbar ist.“ Ein anderer Festivalteilnehmer sagt über den Holocaust: „Da liegt ein Leichenberg, aber ich kann nicht zuordnen, welcher Leichenberg das ist.“ Hayali zieht die Augenbraue hoch – solche Aussagen mache sie sprachlos, sagt sie in dem Beitrag.

Am Eingang werden die Festivalbesucher derweil weiter kontrolliert. Die Polizei ist mit mehreren Hundertschaften vor Ort. Sie suchen zum Beispiel nach T-Shirts und Tattoos mit verbotenen Runenzeichen. Jeder Verstoß wird zur Anzeige gebracht. Ein Mann wird rausgezogen – er trägt die verbotene Pfeilrune auf seinem T-Shirt, in der NS-Zeit ein Verbandsabzeichen einer SS-Division. Wer dieses Symbol offen trägt, riskiert eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Haft.

Das eigentliche Konzert, bei dem eine Skinhead-Band unter anderem brüllt, „Und dafür stehe ich auch noch heute – zum deutschen Reich“, muss die ZDF-Journalistin dann auf Bitten der thüringischen Polizei verlassen. Der Grund: Sicherheitsbedenken. Es folgen Protestrufe und rechtsextreme Parolen gegen den Polizeieinsatz in dem Zelt.

Dunja Hayalis Studiogast: „Die Stimmung ist heute noch einen Tick extremer“

Einer von Hayalis Studiogästen, der ehemalige Rechtsextremist Philip Schlaffer, sagt denn auch: „Die Stimmung ist heute noch einen Tick extremer als in den 1990er Jahren.“ Weil es inzwischen so eine breite Zustimmung gebe. NSU-Opfer-Anwalt Mehmet Daimagüler ergänzt in der Sendung: „Ich glaube, dass es heute sehr viel öfter vorkommt, dass Drohungen ausgesprochen werden.“ Einen Grund dafür seien die einfachen Kommunikationswege auf Social Media. Der Präsident des Bundeskriminalamtes Holger Münch, ebenfalls in der Sendung zu Gast, meint dazu: „Was wir im Internet an Hetze erleben, muss uns Angst machen.“

Lesen Sie auch: Frau kapert „Morgenmagazin“ mit Dunja Hayali und schimpft über „Lügenpresse“

Von RND/ali

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