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Medien & TV Erneut Wirbel um Film über Entführung von Prinz Harry
Nachrichten Medien & TV Erneut Wirbel um Film über Entführung von Prinz Harry
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17:22 22.10.2010
Prinz Harry war 2007 und 2008 unter strengster Geheimhaltung als Soldat in die afghanischen Provinz Helmand. Quelle: dpa
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Ein Film über eine fiktive Entführung des britischen Prinzen Harry hat nach seiner Ausstrahlung erneut für Empörung gesorgt. Tage vor dem Sendetermin am Donnerstagabend hatten Kritiker den TV-Sender gebeten, das Doku-Drama zurückzuziehen. Es wurde aber trotzdem gezeigt. Wer den Film gesehen habe, müsse einsehen, dass das Thema „nüchtern und verantwortungsvoll“ behandelt werde, sagte ein Sprecher des Senders Channel 4 am Freitag in London. Es sei im Interesse der britischen Öffentlichkeit, die Frage zu beleuchten, in welche Gefahr Mitglieder der Königsfamilie in Kriegsgebieten geraten könnten.

Insgesamt habe man vor der Ausstrahlung 180 Beschwerden erhalten, erläuterte der Sprecher. In dem Doku-Drama wurde unter anderem gezeigt, wie der jüngste Sohn von Prinz Charles und Prinzessin Diana von Taliban gekidnappt wird. Sie zwingen ihn, in Taliban-Propagandavideos aufzutreten und unterziehen ihn einer vorgetäuschten Hinrichtung. Währenddessen laufen die Verhandlungen, welche Bedingungen die Briten für Harrys Freilassung erfüllen müssten.

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Prinz Harry (26) war 2007 und 2008 für zehn Wochen unter strengster Geheimhaltung als Soldat in die afghanischen Provinz Helmand gegangen. Als sein Einsatz im Februar 2008 im Internet aufflog, musste er zurück. Derzeit macht er eine weitere Ausbildung, ebenfalls zum Hubschrauberpiloten - mit der Absicht, seine Chancen auf einen erneuten Einsatz am Hindukusch zu erhöhen.

Sein ältere Bruder, Prinz William, hatte erst vor wenigen Tagen bekanntgegeben, in die Fußstapfen seines Bruders Harry treten zu wollen und als Soldat nach Afghanistan gehen. William hat kürzlich seine Ausbildung zum Militärhubschrauber-Piloten beendet und schiebt derzeit regulären Dienst in einer Militärbasis in Wales. „Mein Herz gehört der Armee“, sagt der 28-Jährige in einem Interview. Es sei nur schade, dass er aus Sicherheitsgründen noch nicht nach Afghanistan habe gehen können. „Ich habe immer noch die Hoffnung, den Glauben und den absoluten Willen, da raus zu gehen.“ Es gebe einige „durchaus zutreffende Argumente“, warum einer aus den obersten Reihen der britischen Königsfamilie nicht unbedingt in den Krieg ziehen sollte, gibt William selber zu. „Aber viele sind auch total übertrieben.

dpa