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Medien & TV „Es ist gutes Popcorn-Fernsehen“
Nachrichten Medien & TV „Es ist gutes Popcorn-Fernsehen“
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20:48 05.12.2013
Von Nora Lysk
Was gibst Du mir so tiefe Blicke? Ferres als Kunstexpertin. Quelle: ZDF
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Berlin

Frau Ferres, der Film „Hafen der Düfte“ trägt im doppelten Sinn Ihre Handschrift. Sie spielen nicht nur die Hauptrolle, sondern sind auch Koproduzentin.
Meine Freundin und Agentin Inga Pudenz hatte mir den Roman gegeben. Dann habe ich sofort die Rechte optioniert. Und mit Nico Hofmann von UFA Fiction wurde dann ein Film daraus. Ich spiele eine facettenreiche Rolle, an der ich so viel Spaß hatte. „Hafen der Düfte“ ist ein Film, wie ich ihn schon lange umsetzen wollte. Ein Film, in dem es vor allem um gute Unterhaltung, Fun und Action, Sex und Crime geht. Einfach gutes Popcorn-Fernsehen. Wir haben ein neues Genre gefunden. Denn normalerweise sind erotische Filme für Männer gemacht. Dieser Film ist auch ein Erotik-Thriller für Frauen.

Ist das so neu?
Auf jeden Fall ist die ARD damit einen mutigen Weg gegangenen. Viktoria ist eine Frau, die sehr eigensinnig ist. Sie betrügt ihren Mann und erzählt es ihm noch am gleichen Abend. Sie küsst ihren Geliebten zum Abschied vor den Augen ihrer Tochter und ihres Ehemannes. Und auch ihr Einstieg in die Unterwelt, die Mafiaszene Hongkongs, ist gefährlich, mutig und ungewöhnlich.

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Glauben Sie, dass der ARD-Zuschauer es eher „familienfreundlich“ mag?
Es ist eine große Liebesgeschichte und dazu sehr spannend erzählt. Ich glaube, dass die Geschichte sehr mutig ist fürs Fernsehen ist und auf ein jüngeres Publikum zugeht, auf ein Publikum, das sich auch gerne mal überraschen lässt.

Wie groß ist Ihre Risikobereitschaft, Rollen anzunehmen, von denen man nicht gleich weiß, wie erfolgreich sie werden?
Ich habe ja über viele Jahre Filme gemacht, die teilweise eine unglaublich hohe Quote hatten. Ich liebe diese Filme alle, dennoch interessiert es mich auch sehr, ungewöhnliche Projekte zu verwirklichen, an die wenige im ersten Moment glauben. Ob es der Marga-Spiegel-Film „Unter Bauern“ war, der für das Budget, das uns zur Verfügung stand, ein großer Erfolg wurde. Oder ein Film wie „Sie hat es verdient“ über Gewalt unter Jugendlichen, den zunächst kein Produzent oder Fernsehsender machen wollte und für den es kein Geld gab. Am Ende kam der Regisseur auf mich zu, und ich habe ihm geholfen, den Film finanziell wie auch kreativ auf die Beine zu stellen. Solche Themen, die anecken, die rau und kontrovers sind, das sind Themen, die mich sehr interessieren.

Sind Sie deshalb sals Produzentin tätig?
In erster Linie bin und bleibe ich Schauspielerin. Aber viele junge Regisseure und Drehbuchautoren sind auf mich zugekommen, weil sie wussten, dass ich auch mit Gagen-Rückstellung arbeite oder mein Netzwerk zur Verfügung stelle, um junge Talente zu fördern. Bei der Construction Film ist Nina Maag die Chefin, und ich bin der kreative Chaot, der Ideen und Kontakte einbringt, dazu zählt auch das jahrelange Vertrauen von Fernsehsendern und Produzenten.

Die Dreharbeiten zu „Hafen der Düfte“ fanden in Hongkong und Malaysia statt. Wie war die Arbeit dort, und was haben Sie für sich mitgenommen?
Ich habe Hongkong sehr geliebt, und es ist mir schwergefallen, wieder von dort wegzugehen. Es ist eine Stadt, die so aufregend ist, bei der man den Herzschlag sehr deutlich spürt. Es gibt eine junge Kunstszene, die etwas bewegen will. Auf der anderen Seite gibt es den alten Hafen, von dem aus die Fischer raus aufs Meer fahren. Das Finanzwesen, die Wirtschaft, die Kultur, so vieles ist dort auf so engem Raum beieinander. Auf der anderen Seite sind sie so nah und doch so weit weg von China. Ein Land, mit dem sie auf der einen Seite viele Verbindungen haben, dem sie auf der anderen Seite wiederum aber sehr kritisch gegenüberstehen. Das alles mitten in Asien mit diesen tollen Menschen, mit denen wir zusammengearbeitet haben, hat mir einen Einblick gegeben, der faszinierend war.

"Der Hafen der Düfte" läuft am Sonnabend, 7.12. um 20.15 Uhr in der ARD

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