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Medien & TV Ex-Manager: James Murdoch wusste von Abhör-Praktiken
Nachrichten Medien & TV Ex-Manager: James Murdoch wusste von Abhör-Praktiken
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18:23 06.09.2011
Der Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch, James Murdoch, gerät im „News of the World“-Abhörskandal weiter unter Druck. Quelle: dpa
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London

Der Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch, James Murdoch, gerät im Abhörskandal um die inzwischen eingestellte britische Sonntagszeitung "News of the World" immer stärker unter Druck. In einer Anhörung vor dem zuständigen Parlamentsausschuss am Dienstag in London sagten Ex-Chefredakteur Colin Myler sowie der frühere Leiter der Rechtsabteilung von News Group Newspapers, Tom Crone aus, James Murdoch habe weit früher von den Vorgängen gewusst, als er selbst vor dem Ausschuss angegeben hatte.

Als Chef des Europageschäfts der News Corp. war James Murdoch für die "News of the World" verantwortlich. Der Skandal um abgehörte Mobilfunktelefone und geschmierte Polizisten erschüttert Großbritannien und setzt auch Premierminister David Cameron unter Druck. Dieser hatte den zurückgetretenen "News-of-the-World"-Chef Andy Coulson ungeachtet der Vorwürfe zu seinem Regierungssprecher gemacht und später wieder fallen gelassen.

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Konkret geht es um eine E-Mail an einen früheren Chefreporter des Blattes. Die Mail aus dem Jahr 2005 enthalte Abschriften von Mitschnitten, erklärte Crone. Aus ihr sei hervorgegangen, dass das illegale Abhören von Mobilfunktelefonen kein Einzellfall gewesen sei. Crone und Myler hätten sie James Murdoch 2008 vorgelegt, da sie für eine außergerichtliche Einigung mit dem Chef des Fußballverbands, Gordon Taylor, relevant gewesen sei. Taylor ging damals wegen illegalen Abhörens gegen das Unternehmen vor.

"Um den Fall beizulegen, mussten wir ihn Murdoch erklären und sein Einverständnis erhalten", betonte Crone. Dieses sei auch erteilt worden. Der Skandal soll auch juristisch von einem Komitee unter der Leitung von Richter Brian Leveson untersucht werden. Er werde "Kultur, Praktiken und Ethik" der Presse unter die Lupe nehmen, kündigte Leveson an. Es werde um die Beziehung der Presse zu Öffentlichkeit, Polizei sowie Politik gehen. In einem zweiten Schritt werde er sich mit dem Ausmaß jedweden Fehlverhaltens auseinandersetzen. Die Untersuchung werde wohl mehrere Monate dauern. Innerhalb eines Jahres wolle er einen Abschlussbericht vorlegen.

Dem Richter lag eine Liste vor mit potentiellen Zeugen sowie möglichen Opfern vor, die sich an der Untersuchung beteiligen wollen. Darunter sind die Schauspieler Jude Law und Hugh Grant, die Eltern des vermissten Mädchens Madeleine McCann sowie Ex-Formel-1-Boss Max Mosley. Auf der Liste steht auch die ehemalige News International-Chefin Rebekah Brooks.

Unterdessen kündigte News International an, 110 von gut 3000 Stellen streichen zu wollen. Betroffen sollen die Zeitungen "Sun", "Times" und "Sunday Times" sein, auch im redaktionellen Bereich, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf ein internes Memo. Die Nachricht stieß auf scharfe Kritik des britischen Journalisten-Verbands ("National Union of Journalists/NUJ"). Nach dem jüngsten Millionen-Bonus an Rupert Murdoch sei dies "eine Schande".

dpa

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