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Medien & TV Frank Schirrmacher ist tot
Nachrichten Medien & TV Frank Schirrmacher ist tot
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18:12 12.06.2014
Starb im Alter von 54 Jahren: Frank Schirrmacher. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Der Mitherausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Frank Schirrmacher, ist tot. Das teilte der Verlag am Donnerstag mit. Der Publizist und Buchautor wurde 54 Jahre alt. Schirrmacher war seit 1994 einer der Herausgeber der „FAZ“, er prägte gesellschaftliche Debatten in Deutschland mehrfach mit.

Bekannt wurde er auch als Autor von Büchern wie „Das Methusalem-Komplott“, in dem er sich bereits vor zehn Jahren mit dem Problem der Überalterung auseinandersetzte, und zuletzt „Ego“. „Er war einer der scharfsinnigsten und profiliertesten Journalisten und Intellektuellen“, schrieb die „FAZ“ auf ihrer Internetseite. Zur Todesursache machte der Verlag keine Angaben.

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Schirrmacher galt als besessener Zeitungsmacher. 1959 als Sohn eines Beamten in Wiesbaden geboren, hatte er nach seiner Dissertation über Franz Kafka bei der „FAZ“ hospitiert, der er seither treugeblieben war. Die Leitung der „FAZ“-Redaktion „Literatur und literarisches Leben“ übernahm Schirrmacher 1989 als Nachfolger von Marcel Reich-Ranicki, mit dem er eng befreundet war. 1994 wurde Schirrmacher als Nachfolger von Joachim Fest zu einem der Herausgeber der „FAZ“ berufen, er war dort für Feuilleton und Wissenschaft verantwortlich. Im Jahr 2000 ließ er auf sechs „FAZ“-Seiten die letzte Sequenz des menschlichen Erbguts drucken. Die Aktion erregte bundesweit Aufsehen.

„Mit einem feinen Gespür für Zukunftsthemen und einer großen Gabe zur immer inhaltlich fundierten Zuspitzung ausgestattet, machte er die Zeitung früh zum Meinungsführer bei Fragen der gesellschaftlichen Bedeutung der Gentechnik, des demographischen Wandels und der Digitalen Welt“, erinnerte die „FAZ“ an Schirrmacher. Seine Bücher seien zu Bestsellern geworden, weil er es verstanden habe, komplexe Themen für ein breites Publikum aufzubereiten.

Kurz nach der Todesnachricht gab es bereits eine Fülle von bestürzten Reaktionen. Der Präsident der deutschen Sektion der Schriftstellervereinigung PEN, Josef Haslinger, nannte Schirrmacher einen „erstaunlich kritischen Geist“, der seine Zeitung für viele kontroverse Themen geöffnet habe. Er habe dem Blatt, das als Wirtschaftszeitung bekannt war, ein ganz anderes Gesicht gegeben.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich erschüttert gezeigt über den Tod Schirrmachers. "Das ist eine fürchterliche Nachricht", erklärte der Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler am Donnerstag in einer ersten Reaktion in Berlin. "Deutschland hat einen großen Publizisten und Intellektuellen verloren. Und ich einen Freund", so Gabriel. Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) würdigte Schirrmacher als Wegbereiter einer offenen Debatte über das Internet. "Ohne Frank Schirrmacher wüssten wir weniger zum Thema Internet und die Debatte darüber wäre nicht halb so spannend und schön gewesen! Danke", schreib Altmaier im Kurznachrichtendienst Twitter.

dpa/sag

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