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Nachrichten Medien & TV Facebook dreht Stalking-App „Breakup Notifier" den Saft ab
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20:42 25.02.2011
Von Frerk Schenker
Den Ansturm auf die App bezeichnete der Programmier jetzt als ziemlich „verstörend“.
Den Ansturm auf die App bezeichnete der Programmier jetzt als ziemlich „verstörend“. Quelle: HAZ
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So hatte sich Dan Loewenherz das wohl nicht vorgestellt. Mit einem winzigen Zusatzprogramm für das soziale Netzwerk Facebook ist der US-amerikanische Softwareentwickler über Nacht im Internet berühmt geworden. Innerhalb weniger Tage luden sich Millionen Nutzer seinen Singlealarm „Breakup Notifier“ herunter. Ein Gratisprogramm, das immer dann aktiv wird, wenn eine auserwählte Person bei Facebook den Beziehungsstatus ändert. Jetzt drehte die Onlineplattform der bereits als „Stalking-App“ bezeichneten Anwendung jedoch den Saft ab. „Facebook hat uns blockiert“, verkündete Loewenherz im Onlinenetzwerk.

Die offizielle Begründung von Facebook: Eine routinemäßige Blockade wegen der hohen Zugriffszahlen, die das System hätten destabilisieren können. In einer Mail an Loewenherz teilte das Unternehmen zwar mit, den Zugang zur App wiederherstellen zu wollen. Am Freitagnachmittag stand auf der Facebookseite von „Breakup Notifier“ aber weiterhin: „Wir warten auf eine Antwort.“ Kritische Kommentatoren sehen noch einen weiteren möglichen Grund für die Blockade: moralische Bedenken bei Facebook, da das Programm – so der Vorwurf von Teilen der Netzgemeinde – Stalkern Tür und Tor öffne.

Dabei war das Ganze anfangs nur als Scherz gedacht. Loewenherz hatte seiner Familie helfen wollen, als diese auf der Suche nach einem Mann für die Schwester seiner Verlobten war, erzählte er dem „New York Daily“. Da der Auserwählte vergeben war, schlug Loewenherz eine Facebook-App vor, die umgehend Alarm schlägt, sollte sich der Mann der Wahl wieder auf dem Singlemarkt befinden. In vier Stunden bastelte Loewenherz das Programm zusammen: „Ich war mir nicht mal sicher, ob es überhaupt funktioniert“, zitiert ihn die Zeitung. Den Ansturm auf die App bezeichnete er jetzt als ziemlich „verstörend“. Er hoffe, dass sein Programm nur für gute Zwecke genutzt werde.

Ganz umsonst soll der Ruhm im Netz aber nicht gewesen sein. Loewenherz denkt nach eigenen Angaben darüber nach, das Programm mit kostenpflichtigen Zusatzfunktionen auszustatten: Wer mehr als zwei Personen beobachten lassen will, muss vielleicht bald dafür zahlen.

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