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Medien & TV Fernsehschaffende fordern TV-Preis nur für Kreative
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18:32 13.02.2011
Neidvolle Blicke nach Amerika: Im Gegensatz zum Deutschen Fernsehpreis werden bei der Emmy-Verleihung in Los Angeles auch Serien, Produzenten und Drehbuchautoren bedacht. Quelle: dpa
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Sticker und T-Shirts mit Wutparolen, leises Klagen und lautes Geschimpfe: Der Frust vieler Schauspieler, Regisseure oder Autoren bei der Vergabe des Deutschen Fernsehpreises im Oktober vergangenen Jahres in Köln war gewaltig. Einige bekannte Gesichter blieben der Veranstaltung gleich ganz fern. Weil die Stifter ARD, ZDF, RTL und die PRO7/SAT.1-Gruppe etliche Preiskategorien wie die für die beste Nebenrolle, das beste Drehbuch oder die beste Regie gestrichen hatten, fühlten sich viele Kreative verschaukelt. Sie sehen mit Unmut, dass immer denselben Prominenten das Rampenlicht gehört. Schauspieler wie Michael Brandner („Die Wanderhure“) oder Hans-Werner Meyer („Wir sind das Volk“) dachten bereits damals laut über die Einführung eines eigenen Fernsehpreises nach dem Vorbild der US-Fernsehakademie und ihrer Auszeichnung „Emmy“ nach.

Kürzlich ließen die beiden Schauspieler, die sich auch im Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler engagieren, ihren Worten Taten folgen: Sie gehören zu den Gründungsmitgliedern der „Deutschen Akademie für Fernsehen“, die jüngst aus der Taufe gehoben worden ist und bereits mehr als hundert Mitglieder hat – darunter so prominente Zeitgenossen wie Maria Furtwängler, Hannes Jaenicke, Axel Milberg und Mariele Millowitsch, der Regisseur Dominik Graf, Drehbuchautor Fred Breinersdorfer oder „Lindenstraßen“-Produzent Hans W. Geißendörfer.

Die in München und Köln ansässige TV-Akademie denkt nicht nur über die Vergabe eines eigenen Preises nach, sondern versteht sich laut Satzung in erster Linie als „Stimme der Fernsehschaffenden“ in Deutschland – das sind immerhin rund 250.000 Menschen, von Schauspielern und Regisseuren über Drehbuchautoren und Kameraleute bis zu Schnittmeistern und Maskenbildnern. Die Einrichtung versteht sich zwar nicht als eine Art Gewerkschaft, durchaus aber als Sprachrohr von TV-Machern, die in jüngster Zeit unter zunehmendem Druck durch die Fernsehsender und sich verschlechternden Arbeitsbedingungen leiden.

„Es wird Zeit, dass die Kreativen der Fernseh-Community sich in der Öffentlichkeit Gehör verschaffen“, sagt TV-Produzent Gerhard Schmidt, einer von vier Stellvertretern des Akademie-Vorsitzenden Michael Brandner. Schmidt begreift die Akademie als „kompetenten Partner in der Diskussion um die Gegenwart und Zukunft der Medien in Deutschland“. Die Kreativen, von denen die meisten freiberuflich tätig sind, wollen künftig ein gewichtiges Wörtchen mitreden, wenn es ums Fernsehen geht, und die Diskussion nicht den Sendern, Wissenschaftlern, ­Politikern oder Journalisten überlassen.

Ob die Akademie tatsächlich einen eigenständigen TV-Preis stiften wird oder aber mit den Sendern den bereits bestehenden Fernsehpreis reformiert, ist noch nicht entschieden – beide Seiten denken derzeit über eine Zusammenarbeit nach. Der Unmut über die Preisvergabe, wie sie im Oktober in Köln ablief, sitzt bei den Kreativen jedenfalls immer noch tief. Sie habe das Fass zum Überlaufen gebracht, sagt etwa der Drehbuchautor Jochen Greve, der unter anderem Drehbücher für die ARD-Krimireihe „Tatort“ geschrieben hat und zum Vorstand der neu gegründeten Fernsehakademie gehört. „Bis auf die Kategorie ‚Schauspieler‘ sind konsequent alle persönlichen künstlerischen Leistungen als preisunwürdig getilgt worden, die in Wahrheit einen Fernsehbeitrag erst zu einem preiswürdigen Kunstwerk machen“, hatte Greve schon im vergangenen Jahr in der Fachzeitschrift „Blickpunkt: Film“ geklagt.

Dass dann auch noch die deutsche Fußballnationalelf den Ehrenpreis bekam, empfanden viele als blanken Hohn.

Martin Weber

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