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Medien & TV Film über Fall Jakob von Metzler
Nachrichten Medien & TV Film über Fall Jakob von Metzler
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12:02 10.08.2012
Bankierssohn Jakob von Metzler war im Jahr 2002 entführt und ermordet worden. Im September zeigt das ZDF einen Film über den Fall. Quelle: dpa
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Hamburg

Für die Familie des ermordeten Bankierssohns Jakob von Metzler war die ZDF-Verfilmung des Entführungsfalls ein persönliches Anliegen. „Es war leichter, die Familie Metzler, insbesondere Herrn von Metzler, dem das ein großes Anliegen ist, zu überzeugen, als Herrn Daschner“, sagte die zuständige ZDF-Redakteurin Caroline von Senden am Dienstag in Hamburg. Der Film „Der Fall Jakob von Metzler“, den der Sender am 24. September (20.15 Uhr) zeigt, war unter Geheimhaltung gedreht worden. Er schildert den Fall von der Entführung Jakobs im Jahr 2002 bis zum späteren Prozess gegen den damaligen Frankfurter Polizei-Vizepräsidenten Wolfgang Daschner und Kriminalhauptkommissar Ortwin Ennigkeit wegen schwerer Nötigung.

„Es war schwieriger, das Vertrauen von Daschner zu bekommen, weil er natürlich aus seiner Warte Erfahrungen mit der Öffentlichkeit hatte, die er nicht noch mal durchleben wollte“, erklärte von Senden. Die Entscheidung Daschners, dem Entführer Magnus Gäfgen unmittelbaren Zwang androhen zu lassen, um das Versteck des Elfjährigen in Erfahrung zu bringen, hatte juristische und moralische Debatten ausgelöst: Wie weit darf ein Polizist gehen, um das Leben eines Kindes zu retten?

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„Der Familie geht es überhaupt nicht um eine Darstellung ihrer selbst - das am allerwenigsten“, betonte Produzent Nico Hofmann. Es gehe ihr darum zu zeigen, wie sehr sich die Polizei eingesetzt habe. Von Senden: „Es war das Gefühl der Familie Metzler, dass hier jemandem, der das Leben ihres Sohnes versucht hat zu retten, Unrecht widerfahren ist“, sagte von Senden.

Die Macher der teamworx-Produktion um Regisseur Stephan Wagner und Autor Jochen Bitzer betonten nach der ersten Präsentation des 90-minütigen Streifens ihren Anspruch auf Authentizität: Der Film folge nicht dem Gesetz der Dramaturgie, sondern der Faktenvorgabe. Alles, was er zeige, sei durch mindestens zwei Quellen belegbar. So sieht man unter anderem nicht jenen Moment des Verhörs, in dem Polizist Ennigkeit Gäfgen unmittelbaren Zwang ankündigt: „Was in dem Raum passiert ist, wissen nur die beiden.“

Hofmann, dessen Firma bereits Filme wie „Bis nichts mehr bleibt“ über Scientology oder jüngst „Rommel“ (im Herbst in der ARD zu sehen) realisierte, betonte: „Wir haben uns hier abgesichert bis ins Allerletzte.“ Gäfgens Anwälte seien informiert worden. „Was die Anwaltschaft Gäfgens mit dem Film macht und wie er reagieren wird, kann ich nicht sagen“, meinte er. „Wir werden sehen, aber ich schlafe da gut.“ Die Familie Metzler und Daschner hätten den Film bereits gesehen.

Schauspieler Robert Atzorn (Daschner) erklärte, er hätte bei diesem Projekt jede noch so kleine Rolle angenommen. „Weil mich das damals so wahnsinnig berührt hat, mit welcher Würde die ganze Familie dieses getragen hat“, sagte er. „Ich wäre Amok gelaufen, wenn mein Sohn entführt worden wäre.“ Mit welcher menschlichen Größe die Familie das Drama ertragen habe, sei für ihn unglaublich.

dpa

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