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Medien & TV Gefälschtes Interview mit krebskranken Michael Douglas gedruckt
Nachrichten Medien & TV Gefälschtes Interview mit krebskranken Michael Douglas gedruckt
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19:03 18.11.2010
Hollywood-Star Michael Douglas kämpft derzeit mit einer schweren Krebserkrankung. Quelle: dpa
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Die Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg (MDS) hat sich für den Abdruck eines gefälschten Interviews mit Hollywood-Star Michael Douglas in mehreren Titeln des Verlags entschuldigt. In einer am Donnerstag vorab veröffentlichten Stellungnahme, die am Freitag in den betroffenen Blättern erscheinen sollte, wird der Abdruck des Beitrags als „schlimme Panne“ bezeichnet: Das Interview, das Anfang der Woche erschienen war, habe sich als Fälschung herausgestellt.

In einer ersten Reaktion bestätigte der Autor Jörg Bobsin, er habe das Interview nicht selbst geführt, obwohl sein Name über dem Text stand, sondern von einem „tmz“-Kollegen übernommen. „Das war wohl ein Fehler“, sagte Bobsin, der seit Jahren Interviews mit Prominenten wie Lionel Richie, Donald Trump oder Peter Falk geführt und bei verschiedenen Medien veröffentlicht hat. Er selbst gehe aber davon aus, dass das Interview keine Fälschung sei, sondern so stattgefunden habe.

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Douglas’ Sprecher Allen Burry hatte am Mittwochabend auf dapd-Anfrage in New York gesagt, der Schauspieler habe „niemals“ mit dem Autor des angeblichen Interviews gesprochen. Burry sagte, Douglas habe nur mit dem US-Magazin „People“ gesprochen, als er seine Krebsdiagnose bekommen habe. Es habe dann noch einige Pressekonferenzen zu seinem neuen Film „Wall Street 2“ gegeben, und erst in dieser Woche habe er einige Interviews gegeben. Der genannte Autor sei nicht dabei gewesen. In dem angeblichen Interview wurde Douglas mit sehr persönlichen Aussagen über seine Krebserkrankung sowie Problemen mit seiner Ex-Frau und dem gemeinsamen Sohn zitiert.

Der Chefredakteur des „Berliner Kurier“, Hans-Peter Buschheuer, hatte auf dapd-Anfrage gesagt, es habe zuvor keinen Grund gegeben, an der Arbeit des Autors zu zweifeln. Die bisherige Zusammenarbeit sei einwandfrei gewesen.

Die Zusammenarbeit mit dem Korrespondenten werde beendet, teilte der Kölner Verlag weiter mit. Der Text war in den Zeitungen „Berliner Kurier“, „Hamburger Morgenpost“ und „Kölner Express“ veröffentlicht worden.

Über die Fälschung hatte am Mittwoch als erstes die „Bild“-Zeitung berichtet. Dort hatte der Sprecher des Hollywoodstars erklärt, dass ein solches Gespräch nie stattgefunden habe.

dpa/dapd

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