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Medien & TV Georgien singt nicht mit
Nachrichten Medien & TV Georgien singt nicht mit
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12:05 13.03.2009
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Doch nun wird der grellbunte Liederwettbewerb, der einst kurz „Grand Prix“ genannt wurde, von einem politischen Streit überschattet: Nach der Kritik an seinem Beitrag hat Georgien seine Teilnahme zurückgezogen.

„Wir werden weder den Text ändern noch mit einem neuen Lied antreten – wir gehen nicht nach Moskau“, teilte Natja Usnadse, die für die Kandidatenauswahl zuständige Produzentin des georgischen Fernsehens, am Mittwoch in Tiflis mit. Ihr sei es nach wie vor „schleierhaft“, warum die Veranstalter des Wettbewerbs den Beitrag der georgischen Popgruppe Stephane and 3G abgelehnt hätten. „Wir haben bis heute keine eindeutige Begründung erhalten.“

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Die Europäische Rundfunkunion (RBU) hatte als Organisator des altehrwürdigen Schlager- und Popwettbewerbs am Dienstag mitgeteilt, dass Georgien mit seinem Putin-kritischen Lied am Finale Mitte Mai in Moskau nicht teilnehmen kann. Zur Begründung hieß es, der Beitrag verstoße gegen die Teilnahmebedingungen, wonach keine Texte „mit politischem oder ähnlichem Charakter“ zugelassen seien. Georgien wurde bis zum 16. März Zeit gegeben, den Text zu ändern oder einen neuen Beitrag einzureichen.

Der Entscheidung vorausgegangen waren wochenlange Proteste in Russland gegen das Lied der georgischen Gruppe: Der englische Text „We don’t wanna put in“ klingt auf der Bühne wie „Wir wollen Putin nicht“. Nach dem russischen Einmarsch im vergangenen August in der abtrünnigen georgischen Region Süd-Ossetien klingen auch andere Teile des Textes wie Anspielungen.

Für Deutschland startet das Duo Alex swings Oscar sings mit dem eindeutig unpolitischen Titel „Miss Kiss Kiss Bang“. Das Finale geht am 16. Mai über die Bühne.

afp