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Medien & TV Google reagiert nach HAZ-Bericht über Abofallen
Nachrichten Medien & TV Google reagiert nach HAZ-Bericht über Abofallen
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18:12 14.01.2010
Quelle: ap
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Google-Deutschland-Sprecher Stefan Keuchel erklärte jetzt auf Anfrage, die beanstandete Werbung für sogenannte Abo-Fallen werde baldmöglichst aus dem Dienst entfernt. Mehrere Leser hatten nach der HAZ-Berichterstattung über empfehlenswerte Software wie etwa das kostenlose Büro­paket OpenOffice die entsprechenden Downloadmöglichkeiten im Internet aufgesucht. Anstatt jedoch durch die Eingabe von http://de.openoffice.org auf ein seriöses Downloadangebot zu gelangen, gaben viele bei der Suchmaschine Google als Suchbegriff „Open Office“ ein – und erhielten sehr prominent zwei als Anzeigen gekennzeichnete Adressen auf dem Bildschirm, die jedoch zu dubiosen Webseiten weiterleiteten.

Auf diesen Seiten wurde zwar ebenfalls die Software zum Herunterladen angeboten, in kleiner Schrift wurde jedoch angezeigt, dass vor dem Download der Abschluss eines jährlichen „Download-Abonnements“ zu Kosten in Höhe von 86 Euro und mehr notwendig sei. „Google Deutschland hat selbstverständlich kein Interesse an Anzeigenkunden, die auf Abo-Fallen hinweisen“, stellte Keuchel klar. Er bat die Redaktion um entsprechende Bildschirmfotos, die diese Querverweise auf Abo-Fallen dokumentierten. Er versprach, dass solche Anzeigen storniert würden. Allerdings bat der Sprecher um Verständnis, dass Google „angesichts der Masse“ nicht jede in dem Dienst eingestellte Anzeige vor der Veröffentlichung prüfen könne. Stattdessen würden diese lediglich stichprobenhaft von einem Google-Büro in Dublin geprüft. Google hat eine Seite eingerichtet, unter der Betroffene den Konzern auf dubiose Webseiten hinweisen sollen.

Unterdessen hat auch die Verbraucherzentrale Niedersachsen darauf aufmerksam gemacht, dass sie unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de unter der Rubrik Medien + Telekommunikation diverse Musterbriefe bereitstellt, mit denen sich „Abgezockte“ gegen unberechtigte Zahlungsaufforderungen wehren können. „Auch wenn wir im Prinzip als Verbraucherzentrale meinen, dass bei solchen Abzockmethoden überhaupt kein Vertrag zustande gekommen ist, so sollte man die Verbraucher auf ihr Widerrufsrecht hinweisen“, sagte Sprecherin Gabriele Peters. „Wer auf eine der irreführenden Offerten hereingefallen sei, könne in vielen Fällen von seinem zweiwöchigen Widerrufsrecht Gebrauch machen und schriftlich vom (vermeintlichen) Vertrag zurücktreten. Ein von Minderjährigen abgeschlossener Vertrag ohne Einverständnis Erziehungsberechtigter sei ohnehin unwirksam.

msc