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Medien & TV Gottschalk reizt beim ARD-Wechsel „die Todeszone“
Nachrichten Medien & TV Gottschalk reizt beim ARD-Wechsel „die Todeszone“
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21:44 27.08.2011
Günther Jauch (links) und Thomas Gottschalk gehören zu den erfolgreichsten deutschen Fernsehmoderatoren. Quelle: dpa
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Berlin

Jauch als Polittalker am Sonntagabend, Gottschalk ab Januar 2012 mit einer Magazinsendung am quotenschwachen Vorabend, den Jauch im „Bild“-Doppelinterview der beiden (Samstagausgabe) als „Todeszone“ bezeichnete. Warum tut sich Gottschalk sowas an? „Mich reizt die Todeszone“, sagte er der „Bild“, um dann Schillers „Wilhelm Tell“ zu zitieren: „Ich habe den ARD-Leuten versprochen: „Neues Leben blüht aus den Ruinen“, wenn ich da einmarschiere“.

In der Konkurrenz mit den privaten Sendern, die ein deutlich jüngeres Publikum haben, sehe er sich aber nicht als Runderneuerer für die ARD, sagte Gottschalk. „Ich bin weder mit dem Versprechen noch mit der Verpflichtung angetreten, nun der Jungbrunnen der ARD zu werden. Aber ich plane Rock’n’Roll und keinen Walzer!“

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Gottschalk beendet zum Jahresende sein über 20 Jahre währendes „Wetten, dass..?“-Engagement beim ZDF, Jauch hat für den ARD-Job sein RTL-Magazin „Stern TV“ aufgegeben - für beide ein Abschied von Erfolgsformaten. Ein Risiko? „Wer sich im Fernsehen neu erfindet, wie wir uns beide demnächst, geht immer ein Risiko ein“, sagte Jauch. „Wer sich aber niemals verändert, kriegt auch irgendwann Probleme.“

Beide Fernsehmacher verbindet seit Jahrzehnten eine echte Freundschaft, in der nach ihren Aussagen kaum gestritten wird, auch wenn sie beide recht unterschiedlich seien. Gottschalk über Jauch:
„Der Kerl ist selten bis nie zufrieden. Am wenigsten mit sich selbst. Die ganze Nation liebt ihn, aber er selbst mäkelt dauernd an sich und sogar seinen Erfolgen rum ... Und selbst, dass ihn die Frauen sexy finden, wundert ihn. Das wundert mich allerdings auch.“

Jauch über Gottschalk: „Ich beneide ihn um seinen ewigen Optimismus und mag an ihm besonders seine fast schon bedingunglose Menschenfreundlichkeit ... Thomas ist weltoffen, reise- und unternehmungslustig. Er genießt das Leben, während ich da zuweilen tatsächlich so funktioniere, wie er das beschrieben hat. Ich lerne gern von ihm, solange ich nicht seine karierten Bratenröcke und das Monokel tragen muss.“

dpa

Stefan Stosch 26.08.2011
Hannah Suppa 26.08.2011