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Medien & TV "Grand Theft Auto IV“: Zurück nach Liberty City
Nachrichten Medien & TV "Grand Theft Auto IV“: Zurück nach Liberty City
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14:55 07.11.2009
Von Jan Henrik Flecke
Quelle: Screenshot
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Der Actiontitel, der im April 2008 erschienen ist, schaffte es nämlich, der Spielebranche zu neuem Ansehen zu verhelfen. Es beendete das Schattendasein, das die Videospiel- neben der Film- und Musikindustrie fristete; die Tatsache, dass der Spielesektor einen größeren Umsatz verzeichnet als die vermeintlich großen Brüder, ist unter anderem dank „Grand Theft Auto“ weit verbreitet. Zudem ist die Spielebranche seit mehr als einem Jahr im Deutschen Kulturrat vertreten, und Computerspiele finden in den Medien auch jenseits der Killerspieldebatte Beachtung .

Dass „GTA IV“, wie das Spiel abgekürzt wird, dazu einen Beitrag geleistet hat, mutet etwas grotesk an – immerhin geht es in dem Actionspiel selbst nicht zimperlich zu. Protagonist Nico Bellic durchläuft in der virtuellen Großstadt Liberty City eine kriminelle Karriere vom Handlanger zum Unterweltboss; Auftragsmorde, Verfolgungsjagden und Drogenhandel inklusive. Das Spiel wurde für die ganze Branche ein Meilenstein – wenn auch ein umstrittener. Dem hohen Gewaltgrad stand die cineastisch inszenierte Handlung und besonders die lebendig wirkende Großstadt gegenüber, die selbst zum Star des Titels avancierte. Nach dem kommerziellen Erfolg bekam das Spiel einen Ableger auf dem Nintendo DS, der im Oktober auch auf die PSP übertragen wurde.

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Das Hauptprogramm selbst hat seit dem Erscheinen zwei Zusatzpakete bekommen: die Liberty-City-Geschichte „The Lost and Damned“, die bereits im Februar als Download für die Xbox360 erhältlich war, und das gerade veröffentlichte „The Ballad of Gay Tony“. Beide Titel sind nun in einem Paket erschienen, das ohne das Hauptprogramm gespielt werden kann.

Das Spielprinzip aus „GTA IV“ bleibt erhalten, allerdings wechselt in beiden Geschichten die Perspektive. In „The Lost and Damned“ schlüpft Johnny Klebitz, treues Mitglied der Biker-Gang „The Lost“, in die Hauptrolle. Die Handlung dreht sich um den Konflikt rivalisierender Gangs – und den Konflikt zwischen Johnny und seinem gerade aus dem Gefängnis entlassenen Präsidenten des Klubs, dem nur nach Rache und Blutvergießen dürstet.

Die zweite Geschichte, „The Ballad of Gay Tony“, spielt nicht in der düsteren Unterwelt, sondern im glamourösen Nachtleben von Liberty City. Luis Lopez muss darin seinen Chef, den Nachtklubbesitzer „Gay“ Tony Prince, vor der Konkurrenz, zwielichtigen Freunden – und sich selbst schützen.

Beide Titel bringen dabei neue Elemente mit ins Spiel: Die Biker-Geschichte wird von einem rockigen, die Nachtklub-Ballade von einem funkigen Soundtrack untermalt. Dazu wird das Arsenal an Fortbewegungsmitteln um Motorräder, Helikopter und Fallschirme erweitert.

Wer sich in Liberty City noch nicht auskennt, sollte vielleicht erst mit Nico Bellic auf Tour gehen. Erwachsene Spieler, die ein Gangsterepos zum Mitspielen mögen, sollten jedoch unbedingt nach Liberty City zurückkehren.

Grand Theft Auto: Episodes from Liberty City“ gibt es für die Xbox360. Es ist ab 18 Jahren freigegeben und kostet etwa 50 Euro.