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Nachrichten Medien & TV Großreinemachen auf der Festplatte
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13:49 15.12.2008
Defragmentierung starten
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Hat sich auf der Festplatte erst einmal ein riesiger Datenberg angesammelt, kommt irgendwann der Tag, an dem der Rechner beim Aufrufen einer großen Datei – etwa eines Videos – zwar tüchtig röhrt und rattert, sich ansonsten aber wenig Erkennbares tut. Grund dafür ist in den meisten Fällen eine völlig fragmentierte (von Fragment, Bruchstück) Festplatte.

Das klingt nach einem ernsthaften Problem, ist es aber zum Glück nicht. Denn genau genommen ist nicht die Festplatte fragmentiert, es sind die auf ihr gespeicherten Daten.

Warum das so ist, ist leicht erklärt: Während der normalen Arbeit mit dem Rechner werden gemeinhin auch jede Menge Daten gespeichert – und einige davon werden im Lauf der Zeit auch wieder gelöscht. Anfangs werden die Dateien einfach in der Reihenfolge auf die Festplatte geschrieben, in der sie dort ankommen. Dann wird vielleicht im vorderen Teil ein bisschen was nicht mehr benötigt und gelöscht, etwas später passiert das Gleiche an dieser und jener Stelle auf der Festplatte, bis irgendwann eine mächtig große Datei gespeichert werden soll. Für die ist am Stück aber nicht mehr genügend Speicherplatz verfügbar. Also wird sie aufgeteilt: Ein bisschen was wird am Anfang gespeichert, ein bisschen was weiter hinten, der Rest passt in ein paar Lücken mittendrin.

Davon bekommt der Nutzer anfangs gar nichts mit. Wenn aber die Festplatte dermaßen fragmentiert ist, dass eine Datei in lauter Minihäppchen aufgeteilt und in Lücken gestopft werden muss, macht sich das später in der Geschwindigkeit bemerkbar. Denn der Rechner muss zum Ausführen der Datei mühselig alle Puzzleteile suchen und zusammensetzen.

Bereits die Vorgängerversionen von Vista hatten deswegen ein Defragmentierungsprogramm an Bord, das die einzelnen Dateibruchstücke auf der Festplatte hin- und herschob, bis sie wieder zu einem großen Ganzen zusammengesetzt waren. Allerdings musste das Programm von Hand gestartet oder zumindest ein automatischer Ablauf festgelegt werden – und da waren viele Windows-Nutzer ziemlich nachlässig.

Das ist allerdings verständlich: Eine entsprechend große und kräftig fragmentierte Festplatte vorausgesetzt, kann das Zusammensetzen der Dateien mehrere Stunden in Anspruch nehmen, in denen der Rechner recht gut ausgelastet ist. Microsoft hat sich dieser Unannehmlichkeit angenommen und das Defragmentierungsprogramm standardmäßig mit einem Automatismus ausgestattet. Es überprüft jetzt regelmäßig den Fragmentierungsgrad der Festplatte und sortiert gegebenenfalls die Daten neu – in den meisten Fällen, ohne dass sich das auf die Rechnerleistung spürbar auswirkt.

Der Anwender kann jedoch steuernd eingreifen und den Zeitplan für die Defragmentierung festlegen: via Start > Zubehör > Systemprogramme > Defragmentierung. Anders als bei der Vorgängerversion zeigt das Programm jetzt aber keine Informationen über den Fragmentierungsgrad der Festplatte mehr an. Der Benutzer hat somit nur noch die Möglichkeit, Termine fürs Festplattenaufräumen festzulegen oder aufs Geratewohl eine Defragmentierung zu starten.

Um in Erfahrung zu bringen, ob diese überhaupt notwendig ist, muss man eine wenig komfortable Konsolenanwendung aufrufen (das hat nichts mit einer Spielekonsole zu tun, sondern beschreibt ein Programm, das lediglich in einem textbasierten Eingabefenster aufgerufen und über Textbefehle gesteuert wird).

  • Klicken Sie dazu auf Start und geben Sie im Suchfenster „cmd“ ein. Im linken Fenster wird ein Link zu der Anwendung cmd.exe angezeigt, der per Rechtsklick > „Als Administrator ausführen“ aufgerufen werden sollte.
  • Im folgenden Fenster müssen Sie den Befehl „defrag Laufwerksbuchstabe: -a -v“ eingeben und die Eingabetaste betätigen. Wollen Sie also die Festplatte c: überprüfen, geben Sie „defrag c: -a -v“ ein. Damit fordern Sie eine Auskunft über den Fragmentierungsgrad der Festplatte an, ohne dass sofort mit der Zusammenführung der Dateistücke begonnen wird. Bis das Ergebnis angezeigt wird, können allerdings einige Minuten vergehen.
  • Über die Textkonsole haben Sie auch die Möglichkeit, eine Defragmentierung mit tiefergehenden Optionen aufzurufen. Über den Befehl „defrag /?“ erhalten Sie Auskunft, welche Feineinstellungen mit welchen Befehlen möglich sind. Weniger versierte Computerbenutzer brauchen sich damit aber nicht unbedingt abzumühen: In der Regel reicht die reguläre Defragmentierung vollkommen aus.

Wenn Sie den Terminplan festlegen wollen, rufen Sie das Programm wie oben beschrieben über Start > Alle Programme > Zubehör > Systemprogramme > Defragmentierung auf, und klicken Sie auf „Zeitplan ändern“. Im folgenden Fenster können Sie festlegen, ob die Festplatte täglich, wöchentlich oder monatlich defragmentiert werden soll. Wöchentlich reicht in der Regel aus – es sei denn, auf der Festplatte werden nahezu täglich große Datenmengen geschrieben und gelöscht. Wer hingegen besonders wenig Bewegung auf seiner Festplatte hat, kann sich auch für einen monatlichen Rhythmus entscheiden. Zudem können Tag und Uhrzeit für den Start des Defragmentierungsprozesse aufgerufen werden. Ist der Rechner zum Zeitpunkt des nächsten geplanten Festplattenputzes nicht eingeschaltet, wird die Reinemachaktion beim nächsten Start des Rechners nachgeholt.

von Michael Pohl, Sascha Aust und Marcus Schwarze