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Medien & TV Hannoveraner entwickeln neuartige Vorlese-App für das iPad
Nachrichten Medien & TV Hannoveraner entwickeln neuartige Vorlese-App für das iPad
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12:59 17.03.2011
Von Frerk Schenker
Wollen alte Geschichten neu erzählen: Henning Zander (l.) und Thorsten Bode.
Wollen alte Geschichten neu erzählen: Henning Zander (l.) und Thorsten Bode. Quelle: Rainer Surrey
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Ein gutes Buch und ein gemütliches Plätzchen – viel mehr brauchen Eltern nicht, um ihren Kinder einen spannenden Vorleseabend zu gestalten. Geht es nach zwei Lindenern, soll sich das ändern. Thorsten Bode und Henning Zander haben ein Programm für das iPad – den Tablet-PC von Apple – entwickelt, mit dem die klassische Gutenachtgeschichte zum akustischen Erlebnis wird. Die Idee der beiden Unternehmer: Der Minicomputer unterlegt die jeweilige Handlung mit passender Musik und Geräuschen.

„Wir wollen alte Geschichten neu erzählen“, sagt Zander über das neuartige Programm „Bookidu“, das die Entwickler als „Hörbuch zum Vorlesen“ bezeichnen. Erzählen Eltern eine Geschichte, die von der Software zur Verfügung gestellt wird, hören die Kinder nicht mehr nur die Stimme der Erwachsenen – im Hintergrund erklingt passend zur Handlung auch das Zwitschern eines Vogels, das Knacken eines Baumes oder das Rauschen des Meeres.

Für jede Geschichte haben Zander und Bode ein Skript geschrieben und mit einer Sounddesignerin an der Umsetzung getüftelt: Wann kommt welches Geräusch, wie lange soll es zu hören sein, und wie werden die Klänge gemischt? „Wie ein echtes Drehbuch“, erklärt Bode. Eine Lesegeschwindigkeit wird nicht vorgegeben. Ist das Ende eines Textabschnitts erreicht, aktiviert der Vorleser über ein Grafikelement auf dem Bildschirm die nächste akustische Kulisse.

Das iPad-Programm gibt es gratis im iTunes-Store von Apple, die einzelnen Geschichten kosten zwischen 1,59 und 2,49 Euro. Bislang wurden die Grimm-Märchen „Der Froschkönig“ und „Hänsel und Gretel“ veröffentlicht, die jeweils auf Deutsch und Englisch vorgelesen werden können. Ein weiteres Märchen folgt im April. Derzeit gibt es das Programm nur für das iPad. Sollte „Bookidu“ zu einem Erfolg werden, sei eine Version für andere Tablet-PCs aber nicht ausgeschlossen, sagen die Entwickler. Als Konkurrenz für das klassische Vorlesen sehen Bode und Zander ihr Projekt nicht. Sie hoffen vielmehr auf das Gegenteil: „Wir wollen Eltern, die keine starken Vorleser sind, einen neuen Impuls geben.“ Um Leser anzulocken, haben Zander und Bode den Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein für eine Zusammenarbeit gewonnen. Der bekannte Schriftsteller schreibt eine Geschichte speziell für die iPad-App, die anschließend akustisch umgesetzt wird. Sie soll im Laufe des Jahres fertig sein. In dieser Woche stellen die beiden Lindener ihr Produkt zudem auf der Leipziger Buchmesse dem Fachpublikum vor. Dort wollen sie weitere namhafte Autoren für eine Kooperation gewinnen.

Frerk Schenker 16.03.2011