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Medien & TV Hofmann trägt bei Guttenberg-Satire dick auf
Nachrichten Medien & TV Hofmann trägt bei Guttenberg-Satire dick auf
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10:39 22.09.2012
Berlin

Manches sei wie im Film an ihm vorbeigezogen, sagte Karl-Theodor zu Guttenberg noch im November 2011. Damals gab der über seine Vergangenheit gestürzte CSU-Politiker „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo ein Interview. Das 208 Seiten starke Gesprächsprotokoll „Vorerst gescheitert“ war das vorerst letzte öffentliche Lebenszeichen des im März vergangenen Jahres zurückgetretenen Bundesverteidigungsministers. Danach verschwand er demütig gen Brüssel.

Nach einer Blitzkarriere war der Hoffnungsträger der Union innerhalb weniger Wochen wegen seiner Doktorarbeit zur Witzfigur des Polit-Betriebs geworden. Der Täuschung überführt, wollte Guttenberg nicht zugeben, dass er Fehler begangen hatte. Ein perfekter Filmstoff, dachte sich Autorin und Grimme-Preis-Trägerin Dorothee Schön. In nur wenigen Wochen schrieb sie ein Drehbuch zur Plagiatsaffäre. Produzent Nico Hofmann war begeistert. Das Ensemble für den SAT.1-Film „Der Minister“ war schnell beisammen. Kai Schumann („Doctor’s Diary“) spielt darin Guttenberg, der im Film den Namen Franz Ferdinand von und zu Donnersberg trägt. Wie das Original trägt auch Schumann dick auf: Eine Tube Wet-Gel brauche es, um die Frisur von „KT“ nahezu hinzubekommen.

„Der Minister“ ist kein Dokumentarspiel, sondern eine Politsatire. Katharina Thalbach verkörpert Kanzlerin Murkel und Alexandra Neldel, bekannt durch „Die Wanderhure“, gibt die blonde, naiv daherkommende Gattin des „Plagiators“, Viktoria von und zu Donnersberg.

„Eigentlich dachte ich, der Stoff ist nicht verfilmbar“, sagte Nico Hofmann vom teamWorx-Produzententeam gestern. Seine Meinung änderte sich, als er das Drehbuch las. Es hält sich ziemlich genau an den Ablauf der Geschehnisse. Mit einem Unterschied: von und zu Donnersberg schreibt nicht ab, sondern macht es sich noch einfacher, indem er für seine Doktorarbeit einem Ghostwriter engagiert. Max, sein Berater, ist die wohl einzige fiktive Person in „Der Minister“. Max ist der Spindoktor, wie Johann von Bülow seine Rolle beschreibt. Er ist es, der von un zu Donnersberg rät, in die Politik zu gehen. Der Rest bewegt sich nah an der Realität, wenn auch jede Geste, jede Geschichte rund um das Glamourpaar genüsslich auf die Spitze getrieben wird. „Auf Dietl-Niveau“, nennt das Produzent Hofmann.

Gedreht wurde hauptsächlich in Berlin. Der Zutritt zum Kanzleramt wurde dem Team zwar verwehrt, dafür zeigten sich die Landesvertretungen – „bis auf Niedersachsen“, wie Hofmann betont – sehr entgegenkommend.

Der Privatsender SAT.1 will „Der Minister“ im Frühjahr 2013 zeigen. Natürlich wird es eine Premiere geben, zu der „auch Guttenberg eingeladen wird“, sagt Hofmann. „Es wäre doch eine souveräne Geste, wenn er kommt.“ Vielleicht bringt ja auch „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann den ehemaligen Shootingstar der Union mit. Das Boulevardblatt stand Guttenberg während der Affäre schließlich treu zur Seite. „Diekmann habe ich vorgewarnt, dass auch er sehr prägnant dargestellt wird“, sagt Hofmann.

Nach der Guttenberg-Satire und einer Kohl-Biografie plant der Produzent mittlerweile eine Saga über die Causa Wulff. Anders als zunächst berichtet, will er jedoch nicht nur die Biografie der ehemaligen First Lady Bettina Wulff verfilmen, sondern die 14 Wochen bis zum Rücktritt. „Mich interessiert nicht das Buch“, stellte der Produzent gestern klar. Vielmehr interessiere ihn die Zeit vom Besuch des Präsidentenpaares im Oman, als die Affäre ins Rollen kam, bis zum Rücktritt. Ob Hofmann das Projekt verwirklichen kann, ist noch unklar. Bereits im Frühjahr habe er ein Interview mit Bettina Wulff angefragt – bisher ohne Erfolg. Was er allerdings schon bekommen hat, ist „bitterböse Post“ von Menschen, die nicht verstehen können, warum er sich als Nächstes gerade diesen Fall vornehme.

Nora Lysk

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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