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Medien & TV Patrick Dempsey: „Ich bin glücklich, aber hungrig“
Nachrichten Medien & TV Patrick Dempsey: „Ich bin glücklich, aber hungrig“
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09:23 04.04.2019
Patrick Dempsey Quelle: Foto: Priscilla Grant/dpa
Hannover

Patrick Dempsey kennt die ganze Welt als Dr. Derek Shepherd (alias „Mc Dreamy“) aus der amerikanischen Ärzteserie „Grey’s Anatomy“. Jetzt hat der 53-jährige Sympathieträger aus dem US-Bundesstaat Maine eine neue Rolle. In der Serie „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ von Meisterrregisseur Jean-Jacques Annaud („Der Name der Rose“, „Sieben Jahre in Tibet“) spielt er nun einen Schriftsteller unter Mordverdacht.

Herr Dempsey, Sie spielen Ihre Serien-Figur Harry Quebert, der einmal Mitte 30 und dann Ende 60 ist. Ist das nicht ein etwas großer Zeitsprung für ein und denselben Schauspieler?

(lacht) Es war anfangs auch für mich überraschend, dass Regisseur Jean-Jacques Annaud dieses Wagnis eingehen wollte. Andererseits macht gerade der Zeitsprung die Wirkung des Charakters aus. Zumal die Leute von der Maske einen sehr guten Job gemacht haben, der für mich zwar ein Experiment war, aber auch eine ganz neue Erfahrung für meine Selbstwahrnehmung. Außerdem ist die Aussicht, mit so einem Regisseur zu drehen, viel zu verlockend, um wegen Äußerlichkeiten abzusagen.

Mögen Sie Ihre Rolle persönlich?

Sonst würde ich Harry Quebert nicht spielen! Man muss Figuren moralisch verteidigen können, um sie glaubhaft zu machen. Mitgefühl und Sympathie sind da unerlässlich. Aber das fiel mir in diesem Fall auch wirklich leicht. Ich verrate angesichts des enormen Erfolgs, den die Romanvorlage auch in Europa hatte, nicht zu viel, wenn ich sage, dass er bei all seinen Fehlern zu Unrecht beschuldigt wird. Diesen Kampf ums eigene Bild in der Öffentlichkeit kann ich gut nachvollziehen.

Weil auch ihr eigenes Bild umkämpft ist?

Wie meinen Sie das?

Ihr Management bat vorm Gespräch, keine Fragen über „Grey’s Anatomy“ oder Ihre Karriere als Rennfahrer zu stellen. Das klingt, als wäre Ihnen beides unangenehm …

Ach, das meinten die nur, weil es vor allem um die Serie gehen soll. Denn ehrlich: Wie kann ich nicht über Dinge sprechen, die mich so prägen wie „Grey’s Anatomy“ und besonders Autorennen. Teamwork, Vertrauen, dieses Miteinander hat mein gesamtes Leben positiv verändert und mich damit zu einem besseren Vater, Menschen, Mann und Künstler gemacht. Ich hatte lustigerweise gerade heute Morgen ein Gespräch mit meiner Frau über die Schule, in dem klar wurde, wie viel von dem, was ich von meinen Mechanikern lerne, sich aufs alltägliche Leben anwenden lässt. Dafür bin ich ungeheuer dankbar.

Haben Rennfahrer und Schauspieler generell oder nur in Ihrem Fall Schnittstellen?

Weil sich beide mental extrem auf den Punkt konzentrieren müssen, gilt das grundsätzlich. So wie der Schauspieler lernen muss, im öffentlichen Raum privat zu agieren, ist jeder Meter auf der Rennstrecke wie ein Take, den es exakt in diesem einen Moment unter Druck zu bewältigen gilt.

Es geht Ihnen auf dem Asphalt also gar nicht um den Kick der Beschleunigung?

Wichtiger ist mir die Achtsamkeit im Auftrag eines Teams.

Wer Sie so übers Rennen reden hört, könnte meinen, nach fast 40 Jahren als Schauspieler seien Ihnen längst andere Dinge wichtiger.

Schauspielen ist mir immer noch ungemein wichtig, ich lege nur mehr als früher Wert darauf, was genau ich mit wem mache. Auch deshalb wende ich mich zusehends dem Produzieren zu.

Zum Beispiel?

Unter anderem eine Dokumentation über den amerikanischen Rennfahrer Hurley Haywood, die gerade in den USA herausgekommen ist. Darüber hinaus genieße ich es aber mit zunehmendem Alter, Zeit mit meiner Familie zu verbringen, und investiere viel davon in meine Krebsstiftung. Je älter ich werde, desto wichtiger ist es mir, nicht nur gesund zu bleiben, sondern multidimensional zu denken.

Bezieht sich das auch darauf, im Schauspiel variabler zu werden, womöglich mehr Komödien oder Bad Guys zu spielen?

Dummerweise hängt das immer stark von den Büchern und Regisseuren ab. Ich suche allerdings mehr als früher Aufgaben, die mich herausfordern. Ich bin zwar glücklich, aber immer noch hungrig.

Von Jan Freitag / RND

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