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Medien & TV Ist „Polizeiruf 110“ der bessere „Tatort“?
Nachrichten Medien & TV Ist „Polizeiruf 110“ der bessere „Tatort“?
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11:04 07.07.2013
Die letzte "Polizeiruf 110"-Erstausstrahlung der TV-Saison läuft am 14. Juli. Quelle: dpa
Berlin

Rund um die TV-Reihe „Tatort“ ist immer viel los, der Rummel bei Medien und Fans kennt kaum noch Grenzen. Immer wieder neue Ermittler, Rekordzahlen bei Quoten und Online-Abrufen machen die Krimis am Sonntagabend im „Ersten“ zu einem der letzten sogenannten Lagerfeuer der Nation. Ein Ritual. Ins Hintertreffen gerät dabei der kleine „Tatort“-Bruder mit DDR-Vergangenheit: das ARD-Format „Polizeiruf 110“. Eine Auswahl von möglichen Gründen, warum die Fälle aus Sachsen-Anhalt, Rostock, Potsdam und München eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdienen könnten als das Massenphänomen „Tatort“:

Weniger Filme: Beim „Tatort“ gab es in der vergangenen Saison, die bereits am 23. Juni mit dem Bodensee-Krimi „Letzte Tage“ endete, 39 neue Filme. Der „Polizeiruf 110“ ist da am Sonntagabend weit übersichtlicher. Nur sieben Fernsehfälle gab es diese Saison - und zwar: den Rostocker Krimi „Stillschweigen“ (30.9.), „Fieber“ aus München (4.11.), den brandenburgischen Krimi „Eine andere Welt“ (23.12.), den Rostocker Fall „Fischerkrieg“ (20.1.), den 50. und letzten „Polizeiruf“ aus Halle, „Laufsteg in den Tod“ (3.3.), den Brandenburg-Krimi „Vor aller Augen“ (5.5.) und nun noch den Münchner Fall „Der Tod macht Engel aus uns allen“ (14.7.). 

Keine Team-Inflation: Nach dem Ende des traditionsreichen Teams aus Halle neigt der „Polizeiruf“ nicht zum Überstrapazieren, wie es selbst ARD-Obere wie SWR-Intendant Peter Boudgoust beim „Tatort“ sehen, bei dem mehr als 20 Teams ermitteln. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ersetzt die Schauspieler Jaecki Schwarz (67) und Wolfgang Winkler (70) als Ermittlerduo Schmücke/Schneider mit einem neuen Team aus Sachsen-Anhalt (und nicht gleich mit zweien) - und zwar in Magdeburg statt Halle: Claudia Michelsen (44) spielt Hauptkommissarin Doreen Brasch und Sylvester Groth (55) Hauptkommissar Jochen Drexler. Der erste Krimi mit den beiden (Arbeitstitel: „Der verlorene Sohn“) soll am 13. Oktober laufen. Zwei Folgen pro Jahr soll es künftig geben. 

Keine Quoten-Jagd: Die Einschaltquoten scheinen beim „Polizeiruf 110“ zum Glück nicht so wichtig zu sein wie beim „Tatort“, der öfter auf knallige Themen (zum Beispiel Zwangsprostitution) oder große Stars (zum Beispiel Til Schweiger) setzt. In der vergangenen „Tatort“-Saison war das Quoten-Duell zwischen dem neuen NDR-Ermittler Schweiger und dem Klamauk-Krimi-Duo Axel Prahl und Jan Josef Liefers aus Münster ein großes Branchen-Thema. Beide Teams erreichten mit Filmen fast 13 Millionen Zuschauer. Beim „Polizeiruf“ scheint man alles in allem bescheidener zu sein und sich eher mit dem Inhalt und dem Anspruch der eigentlichen Krimihandlung auseinanderzusetzen. 

Interessantere Charaktere: Mit dem Ermittler Alexander Bukow (Charly Hübner) in den Rostocker „Polizeiruf“-Krimis gönnt der NDR der ARD einen außergewöhnlichen Hauptkommissar im Hauptabendprogramm. Hübner stellt neben der Profilerin Katrin König (gespielt von Anneke Kim Sarnau) eine geheimnisvolle Figur dar, die auch am Rande des Gesetzes ermittelt. Auf andere Weise interessant ist das Team in den RBB-Krimis in Potsdam und Umgebung: die Hauptkommissarin Olga Lenski (Maria Simon) und der dicke Revierpolizist Horst Krause (gespielt von Horst Krause). Die pragmatische Kleinkindmutter Lenski und der bedächtige Boulettenliebhaber Krause bearbeiten ihre Fälle, die oft im Kopf des Zuschauers nachhallen, mit viel Herz und Verstand. 

Spannendere Fälle: Vor allem der Münchner „Polizeiruf“ mit Matthias Brandt (51) - dem Sohn des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt - hat es Kritikern angetan. Seit 2011 waren fast alle fünf Fälle mit Kommissar Hanns von Meuffels für den renommierten Grimme-Preis nominiert oder wurden anderweitig ausgezeichnet.

Polizeiruf 110“: Wichtige Folgen, Figuren, Filmschauspieler

Wichtige Filme und Namen aus mehr als 40 Jahren Geschichte der KrimireihePolizeiruf 110“:

  • Zu DDR-Zeiten war Alkoholmissbrauch im „Polizeiruf 110“ häufig Thema. Die Folge „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ (1981) erregte viel Aufmerksamkeit; Experten und Betroffene lobten den Film. 
  • Besonders prägend für den „Polizeiruf“ war der Schauspieler Peter Borgelt (1927-1994), der die Figur Peter Fuchs darstellte als Mitglied der eigentlich unrealistischen „Zentralen Fahndungsgruppe der Volkspolizei“, die sich in der ganzen DDR um alles von Mord bis zur Verkehrserziehung kümmerte. Ermittler Fuchs hatte 84 Fälle in der Geschichte der Reihe. Zu seinen wechselnden Unterstützern zählten Schauspieler wie Jürgen Frohriep, Alfred Rücker oder Lutz Riemann. 
  • Oberleutnant Fuchs bekam in der Folge vom 22.12.1991 einen Vorgesetzten aus dem Westen vor die Nase gesetzt („Thanners neuer Job“) und trat ab. Thanner (Eberhard Feik, 1943-1994) war der Ex-Partner vom Duisburger „Tatort“-Star Schimanski (Götz George). 
  • Nach der Wende und kurz nach der Einheit (28.10.1990) gab es bereits einen deutsch-deutschen Krimi in ARD und DFF. Mit Seitenhieben auf die Wiedervereinigung ermittelten die Duisburger „Tatort“-Kommissare Horst Schimanski (Götz George) und Christian Thanner (Eberhard Feik) mit Peter Fuchs (Peter Borgelt) und Thomas Grawe (Andreas Schmidt-Schaller). 
  • Edgar Selge spielte zwischen 1998 und 2009 den einarmigen Ermittler Jürgen Tauber im bayerischen „Polizeiruf 110“, zuerst an der Seite von Gaby Dohm (als Polizeipsychologin Silvia Jansen), dann mit Michaela May (als Hauptkommissarin Jo Obermaier). 
  • In Halle waren zwischen 1996 und 2013 Hauptkommissar Herbert Schmücke (Jaeckie Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) im Einsatz. 50 Filme wurden gedreht. 
  • In Potsdam spielte eine Zeit lang Katrin Sass die Hauptkommissarin Tanja Voigt (1993 bis 1998), 1999 bis 2002 stellte Jutta Hoffmann die Kommissarin Wanda Rosenbaum dar, es folgte 2002 bis 2010 Imogen Kogge als Johanna Herz, ab 2011 dann Maria Simon. Ihr Partner, wie schon bei Rosenbaum und Herz: der Revierpolizist Horst Krause.
  • In Schwerin war mit starkem Ost-West-Konflikt von 1993 bis 2009 Kommissar Jens Hinrichs (Uwe Steimle) im Einsatz, erst mit Kollege Kurt Groth (Kurt Böwe), ab 2000 mit Holm Diekmann (Jürgen Schmidt) und ab 2003 mit Tobias Törner (Henry Hübchen). 
  • West-„Polizeirufe“ gab es eine Zeit lang auch im fiktiven Volpe im Bergischen Land oder in Hessen (Offenbach und Bad Homburg).  

dpa

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