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Medien & TV Karrieresprungbrett „Tatort": Petra Schmidt-Schaller im Porträt
Nachrichten Medien & TV Karrieresprungbrett „Tatort": Petra Schmidt-Schaller im Porträt
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08:09 29.04.2013
„Klischees sind mir egal“: Petra Schmidt-Schaller will nicht gegen das Image der fröhlichen Männermörderin ankämpfen. Quelle: dpa
Hamburg

Und dann tat sie es doch wieder: Petra Schmidt-Schaller lächelte. Sie lächelte mit diesen Strahleaugen, dem geschwungenen Mund, ein Ganzkörperlächeln wie bei Maria Schell, dem Seelchen der Nachkriegsnation. Dabei will Petra Schmidt-Schaller das gar nicht: dauernd sonnige Figuren in Sonnenstücken spielen wie in „Sommer in Long Island“ von 2009, einem „Kitschfilm auf dem Pilchersendeplatz“, wie die Hauptdarstellerin selbst munter einräumte. Oder wie in der Martin-Walser-Adaption „Ein Fliehendes Pferd“ zwei Jahre zuvor, wo sie ihren Durchbruch hatte – Nacktszenen inklusive –, aber auch den Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin erhielt. Oder wie dazwischen im „Seewolf“-Remake, wo sie vor allem als hübsche Staffage für kernige Seebären diente.

Petra Schmidt-Schaller, geboren 1980 in Magdeburg, will für ihr Spiel anerkannt werden, nicht für ihre Ausstrahlung. Am Sonntag in der ARD dann aber lächelte sie als Wotan Wilke Möhrings „Tatort“-Kollegin Katharina Lorenz wieder so charmant, dass selbst der harte Nord-Krimi ein bisschen heller wirkte. Sie hat das gut gemacht, wie ihr „Tatort“-Boss Thorsten Falke (Möhring), wie auch ein paar der exzellenten Nebendarsteller, etwa Sebastian Schipper als Falkes Kumpel Jan. Aber sicher wird man Petra Schmidt-Schaller auch wieder wegen ihrer doch arg knappen Hotpants in Erinnerung behalten, Schauspielfähigkeiten hin oder her.

Und so ist auch das KarrieresprungbrettTatort“ für Schmidt-Schaller kein Ausbruch aus dem Rollenklischee. Einmal durfte die gelernte Bühnenschauspielerin, die ihr TV-Debüt 2003 bei „SOKO Leipzig“ an der Seite ihres Vaters Andreas als Kriminalhauptkommissar Trautzschke hatte, etwas anderes darstellen als eine Sympathieträgerin: In einem Kinderfilm war das, als blondes Gift, auch das noch.  Im kleinen Kino-Roadmovie „Balkan Traffic – Übermorgen Nirgendwo“ war sie dann 2006 aber schon wieder die unwiderstehliche Kriminalbeamtin. Ob sie die Schublade „Blondine mit Sexappeal“ stört? „Ich überlege gerade, warum mir das egal ist“, sagt die 32-jährige nachdenklich und antwortet dann: Weil es ihr darum gehe, Rollen zum Leben zu erwecken, statt Klischees zu bekämpfen. Und: „Weil ich ein Spieltier bin.“

Und das meist erstklassig. In der Komödie „Sommer in Orange“ spielt das „Spieltier“ eine erratische Sektenjüngerin so entrückt, dass jedes Lachen darüber schmerzt. Im Thriller „Unter Nachbarn“ spielt sie ein Opfer des psychopatischen Charly Hübner so real, dass man ihr beispringen möchte. In der dusseligen SAT.1-Klamotte mit dem noch dusseligeren Titel „Nein, Aus, Pfui! Ein Baby an der Leine“ dagegen ist Petra Schmidt-Schaller kaum auszuhalten – was sie, die sonst um jedes Projekt kämpft, lässig mit der Miete erklärt, die sich ja nicht von allein bezahle. „So was hakt man ab“. Nächster Film.

Sie sieht sich eben als „Glas-halb-voll-Typ“, dessen Überlebenswille kaum „kleinzukriegen“ sei. Am wenigsten aber durch die Bürde eines Vaters, der seinen DDR-Ruhm als „Polizeiruf“-Leutnant nach der Wende ins gesamtdeutsche Medium retten konnte. Sie hat – wie ihr Vater – das Handwerk solide gelernt, 2001 bis 2005 studierte sie Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig, hat Theatererfahrung. Papas Popularität nütze ihr in der Karriere so wenig wie ihr dessen jüngst aufgedeckte Stasi-Vergangenheit schadet. Wer etwas anderes behauptet, lebt gefährlich: Als in der 2. Klasse in der Schule jemand bemerkte, Petras Name privilegiere sie doch irgendwie, „hat der sich – zack! – eine gefangen“. Mal sehen, ob sie im nächsten „Tatort“ auch mal so zuhauen darf. Zu gönnen wär’s ihr.

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