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Medien & TV Kerners Talk mit Guttenberg wird zum Quotenflop
Nachrichten Medien & TV Kerners Talk mit Guttenberg wird zum Quotenflop
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19:04 17.12.2010
Moderator Johannes B. Kerner (l) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (r, CSU) im Bundeswehr-Feldlager Masar-i-Scharif. Quelle: dpa
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Der Sondereinsatz von TV-Talker Johannes B. Kerner in Afghanistan hat sich für Sat.1 kaum bezahlt gemacht. Seine „Kerner Spezial“-Sendung mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und einigen Bundeswehrsoldaten als Gästen in Masar-i-Scharif interessierte zu später Stunde ab 23.10 Uhr durchschnittlich 1,01 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 7,2 Prozent). Die Sendung war allerdings auch nicht dazu angetan, die Zuschauer zum Durchhalten zu animieren.

Es wirkte ein wenig militär-museal, als Kerner und Guttenberg sich zum Gespräch trafen. Sie nahmen Platz unter einem großen Zeltdach, hinter ihnen einige Einsatzfahrzeuge drapiert, darunter ein Hubschrauber und ein Panzer, fein säuberlich als Kulisse aufgebaut. Auf der anderen Seite vor der Talkbühne hatten einige Soldaten in Uniform Platz genommen und lauschten ihrem Verteidigungsminister, der in grauem Pullover mit Reißverschluss sich die Sorgen der Soldaten anhörte.

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Da schilderte ein Hauptfeldwebel seine Ängste bei den Einsätzen, eine Soldatin im Rang des Oberleutnants erinnerte sich an den toten Kameraden Florian Pauli, in einem Einspielfilm berichtete der ehemalige Afghanistan-Soldat Sebastian Züche, wie ihn nach seiner aktiven Zeit Alpträume und Schlaflosigkeit eingeholt hätten - posttraumatische Belastungsstörungen, wie Psychologen sagen. Züche hat einen Selbstmordversuch hinter sich und neigt zu autoaggressivem Verhalten.

Nach zwei Werbeunterbrechungen war die einstündige Sendung vorbei. Kritiker hatten bereits vorher die Reise des Sat.1-Talkers Kerner mit dem Verteidigungsminister kritisiert. „Es passt für mich in eine Linie der Polit-Inszenierung, die ich äußerst fragwürdig finde“, hatte der Direktor des Grimme-Instituts in Marl, Uwe Kammann, gesagt. Bestimmte Themen wie der Krieg in Afghanistan vertrügen bestimmte Medienformate nicht. „Und die Talkshow ist ein Format (...), das auf keinen Fall an die Front passt.“

Guttenberg inszeniere sich „zu einer Medienfigur mit einer gewissen Eitelkeit“. Die Öffentlichkeit sei sensibel und merke es schnell, wenn hauptsächlich die große Geste und die Pose im Mittelpunkt stünden, meinte Kammann weiter.

Nach einer Emnid-Umfrage für den Nachrichtensender N24 allerdings haben 55 Prozent der deutschen kein Problem mit den TV-Auftritten von Guttenberg und seiner Frau Stephanie, 37 Prozent meinen, dass die beiden übertreiben. 66 Prozent halten den Truppenbesuch der Ministergattin sogar für richtig, 29 Prozent für falsch.

Kerner hat seit seinem Start bei Sat.1 im Spätherbst 2009 wenig Glück mit dem Talk. Er begann mit der Sendung am Montag und musste dann auf den Donnerstag umziehen. Zuletzt erholte sich die Sendung zwar ein wenig, doch das „Spezial“ aus Afghanistan bedeutete wieder einen Rückschlag. Allerdings muss Kerner zugutegehalten werden, dass die Vorgabe im Sat.1-Programm keine gute war: Der Thriller „Out of Time“ erreichte lediglich 1,23 Millionen Zuschauer (4,3 Prozent) und lag damit deutlich unter dem Sat.1-Schnitt von etwa zehn Prozent.

dpa

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