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Medien & TV Kinderbücher über Barack Obama sind ein Renner
Nachrichten Medien & TV Kinderbücher über Barack Obama sind ein Renner
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07:51 30.03.2009
„Barack Obama, Sohn der Verheißung, Kind der Hoffnung“: Viele Titel verklären das Bild des US-amerikanischen Präsidenten.
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Mindestens 30 an Kinder gerichtete Titel finden sich in den Bücherregalen und Internetkatalogen - für das erste Jahr eines neuen US-Präsidenten ein Rekord. Die Bücher erzählen von Obamas Kindheit, seinen Träumen und Ambitionen. Sie verklären ihn dabei öfters auch religiös.

Kinderbücher über Präsidenten und historische Persönlichkeiten haben in den USA Tradition: George Washington, Abraham Lincoln, Martin Luther King - sie alle sind Thema Hunderter Bücher. Kenner glauben jedoch, dass Obamas Karriere als Held der Kinderliteratur gerade erst begonnen hat. Denn die meisten bisher erschienenen Bücher wurde bereits vor seinem Wahlsieg im November 2008 veröffentlicht. Zum Vergleich: Rivale John McCain kam nur in einem Buch groß raus, geschrieben von seiner eigenen Tochter: „Mein Papa, John McCain“.

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„Uns war klar, dass Barack Obama selbst im Falle einer Wahlniederlage einen wichtigen Platz in der Geschichte einnehmen würde und die Eltern ihren Kindern davon erzählen wollen“, sagt Justin Chanda von der Kinderbuchsparte des Verlagshauses Simon and Schuster. Der Verlag veröffentlichte den Bestseller „Obama, Son of Promise, Child of Hope“. Der biografische Bildband ging schon 350.000 Mal über den Ladentisch - laut Chanda „ein riesiger Erfolg“.

Die Bücher singen Loblieder auf den jungen Barack und erzählen von den Stationen seines Lebens, die ihn geprägt haben. Dabei stützen sie sich auf Obamas eigene Autobiographie „Die Träume meines Vaters“. „Wer bin ich?“, fragt der kleine Barry in dem Buch: „Ich gleiche meinem Vater nicht, ich gleiche meiner Mutter nicht, ich gleiche nur mir selbst.“

In dem Werk „Barack Obama“ von Jonah Winter heißt es, der Präsident sei „in sehr schwierigen Zeiten für Amerika“ gekommen: „Überall im Land verloren die Menschen ihre Arbeit, ihre Häuser, ihre Hoffnung“. „Unsere Bücher haben nichts Politisches“, versichert Chanda. „Wir erzählen nur die Geschichte seiner Kindheit, wie er das wurde, was er ist. Es sind nur die Anfänge eines Jungen, von dem die ganze Welt spricht.“

Ein Bild zeigt den jungen Barack religiös verklärt in einer Kirche mit einer Träne auf der Wange: Hier hat er die Eingebung, dass er zu Höherem geboren ist. „Ich wollte nur zeigen, wie aus einem kleinen Samenkorn ein großer Baum wurde, und dieser Baum ist Barack Obama“, sagt Illustrator Bryan Collier. Manchmal werde ihm vorgeworfen, er stelle Obama „wie einen Messias oder wie einen Gott“ dar, räumt er ein.

In den öffentlichen Bibliotheken Washingtons werden die sechs verfügbaren Titel über Barack Obama mit am häufigsten ausgeliehen. „Die Leute sind verrückt nach diesen Büchern“, bestätigt Ebony Curry von der Martin-Luther-King-Bücherei im Zentrum der Stadt. In einer Buchhandlung kauft Martha JohnsonBarack Obama“ für ihren Enkel. „Kinder, die gerade mal Mama und Papa sagen können, schaffen es auch, Obama zu sagen“, wundert sie sich. „Wenn sie die ausgestellten Bücher sehen, kreischen sie ,Obama!`“.

afp