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Medien & TV Kirche lässt „Titanic“-Titelblatt verbieten
Nachrichten Medien & TV Kirche lässt „Titanic“-Titelblatt verbieten
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20:22 10.07.2012
„Titanic“-Chefredakteur Leo Fischer will das umstrittene Titelbild nicht mehr verbreiten. Quelle: dpa
Frankfurt

Im Streit um ein Titelbild des Frankfurter Satire-Magazins „Titanic“, das Papst Benedikt zeigt, hat die katholische Kirche eine gerichtliche Verfügung erreicht. Auf der Vorder- und Rückseite des aktuellen Hefts war der Papst von vorn und hinten zu sehen - einmal mit gelbem, einmal mit braunem Fleck in der Leibesmitte. Das Bild wird nicht mehr verbreitet, nachdem die katholische Kirche eine gerichtliche Verfügung erreichte.

Mit der Juli-Ausgabe - Titel: „Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!“ – spielt das Magazin auf die „Vatileaks“ genannte Enthüllungsaffäre an, bei der mehrfach geheime Dokumente aus dem Vatikan publik geworden waren. Der Kammerdiener des Papstes wurde festgenommen. Er soll eine Reihe vertraulicher Dokumente entwendet haben, die dann durch Medien öffentlich wurden.

Nach der einstweiligen Verfügung des Landgerichts Hamburg werde das Titelbild nicht mehr verbreitet, sagte „Titanic“-Chefredakteur Leo Fischer am Dienstagabend der Nachrichtenagentur dpa. In der Verfügung werde ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro angedroht. Das Magazin hoffe immer noch auf eine Einigung mit Benedikt XVI. Sollte sie nicht zustande kommen, werde das Heft möglicherweise ohne Titel verkauft. Im Internet wurden die Seiten bereits geschwärzt.

Eine Bonner Anwaltskanzlei hatte im Auftrag von Papst Benedikt XVI. eine Unterlassungsverpflichtungserklärung an die „Titanic“-Redaktion in Frankfurt geschickt. Die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn bestätigte den Rechtsstreit: „Titelbild und Rückseite der aktuellen Titanic-Ausgabe sind rechtswidrig. Sie verletzen den Heiligen Vater in seinen Persönlichkeitsrechten. Titanic überschreitet jedes Maß an Zumutbarem“, sagte Sprecher Matthias Kopp am Dienstag der dpa. Ob eine Einigung denkbar ist, sei derzeit unklar: „Das müssen wir jetzt erst mit unseren Anwälten besprechen.“

Benedikt muss uns missverstanden haben“, erklärte „Titanic“-Chefredakteur Leo Fischer gewohnt ironisch. Der Titel zeige den Papst, wie er nach der Aufklärung der Spitzelaffäre feiere und im Überschwang ein Glas Limonade über seine Soutane verschütte.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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