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Medien & TV „Lachen kann man nie genug“
Nachrichten Medien & TV „Lachen kann man nie genug“
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20:02 24.02.2010
Von Stefanie Kaune
Immer gut drauf: Komiker Mike Krüger. Quelle: dpa
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Ihr aktuelles Programm trägt den Titel „Is’ das Kunst, oder kann das weg?“ Haben Sie da vielleicht aus der Ferne die bis heute andauernde Debatte verfolgt, die sich kritisch mit Hannovers Straßenkunst auseinandersetzt? Die HAZ hatte das Ganze vor knapp fünf Jahren mit einer Reihe unter dem Titel „Kann das weg?“ angestoßen, bei der unterschiedliche Objekte vorgestellt wurden.
Nein, so war das nicht. Die Debatte kenne ich auch gar nicht. Der Programmtitel geht auf meine Putzfrau zurück. Als ich vor einiger Zeit von Quickborn nach Hamburg umgezogen bin, kam sie beim Einpacken mit der Trophäe des Deutschen Comedypreises um die Ecke und sagte genau diese Worte: „Is’ das Kunst, oder kann das weg?“ Da habe ich dann die Idee für ein Programm entwickelt. Bei meiner aktuellen Tournee befinde ich mich auf der Bühne tatsächlich inmitten von lauter Umzugskartons. Ich zeige dem Publikum einige Dinge und lasse es über diese Frage abstimmen – ob das nun weg kann oder nicht.

Straßenkunst, die die Hannoveraner auf keinen Fall wieder hergeben wollen, sind die Nanas von Niki de Saint Phalle. Sie sind inzwischen zu einer Art Wahrzeichen der Stadt geworden. Kennen sie die drei drallen Damen?
Ich kenne die Figuren, und ich weiß auch, dass sie Nanas genannt werden. Es ist ja auch nicht wirklich so, dass ich mich nicht für Kunst interessieren würde. Ich war ganz begeistert von der Ausstellung des Moma in Berlin vor ein paar Jahren und schaue mir in den Städten, in denen ich gerade bin, auch gern tolle Museen an.

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Was hat Ihre Putzfrau denn mit dem Comedypreis gemacht – und was mit dem Ehrenpreis des Deutschen Comedypreises, den sie 2009 bekommen haben?
Beide haben den Umzug überstanden und stehen jetzt zusammen mit anderen Preisen zwischen meinen Büchern im Regal.

Ehrenpreis klingt immer auch nach „Lebenswerk“. Dieses Jahr feiern Sie 35-jähriges Bühnenjubiläum. 1975 ging es mit dem Lied „Mein Gott Walther“ los ...
... ja, ohne den „Walther“ wäre ich Architekt geworden. Vorher hatte ich auch schon einige kleine Auftritte, doch als dann der Erfolg mit „Walther“ kam, habe ich das Architekturstudium aufgegeben.

Sie haben vorher aber auch ganz praktisch in der Branche gearbeitet – als Betonbauer. Während Ihrer Lehre haben Sie am Bau des neuen Elbtunnels in Hamburg mitgearbeitet, seit Kurzem tragen Sie deswegen sogar den Spaßtitel „Elbtunnel-Beauftragter“. Wie fühlt man sich in diesem Ehrenamt?
Den Titel hat mir der NDR für die neue Sendung „So lacht der Norden“ verliehen, wo wir auch in den Elbtunnel schalten, Stauberatung und anderes machen. Das ist ein schönes Ehrenamt in Erinnerung an alte Zeiten.Sie haben ja als Liedtexter auch schon Bodo mit dem Bagger baggern lassen und sind häufig in lustigen Werbespots für einen Baumarkt zu sehen.

Sind Sie wirklich ein Bastler und Heimwerker?
Heute nicht mehr so sehr. Zum Glück haben wir eine schöne Wohnung in Hamburg, wo man nicht ständig etwas ausbessern und reparieren muss. Früher, in meiner kleinen Eineinhalb-Zimmerwohnung zum Beispiel, habe ich allerdings viel selbst gewerkelt.

Walther, Bodo – und natürlich noch der Nippel, den Sie seit 1980 immer wieder durch die Lasche ziehen. Kommen Sie bei Ihren Auftritten ohne einen dieser drei Songs aus?
Der „Nippel“ und „Mein Gott, Walther“ müssen sein, und „Bodo“ kommt immer als Zugabe. Das Publikum erwartet von mir, dass ich auch noch die alten Hits spiele. Mir geht es doch bei Konzerten als Besucher genauso: Wenn ich mir heute Paul McCartney anschaue, und er würde keine Beatles-Songs spielen, wäre ich auch enttäuscht.

Ist es nicht trotzdem ein wenig anstrengend, immer wieder das Gleiche anbieten zu müssen?
Nein, wirklich nicht. Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn ich selbst gar nicht mehr singen muss, weil das schon der Saal für mich tut.

Als Sie Ihre Karriere begonnen haben, gab es den Begriff „Comedy“ noch gar nicht. Man war Spaßmacher oder Komödiant, die Zahl der Kollegen war überschaubar. Inzwischen hat sich die deutsche Comedyszene enorm verbreitert und etabliert. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?
Das ist doch schön, Lachen kann man nie genug. Die Comedy ist wirklich eine Macht geworden, und wenn ich da als Vorbild dienen konnte, freut mich das natürlich.

Mike Krüger kommt am Sonntag, 14. März, mit seinem aktuellen Programm ins Theater am Aegi. Mehr unter www.hannover-concerts.de. Bereits am 6. März ist er mit „So lacht der Norden“ ab 21.45 Uhr im NDR-Fernsehen zu sehen.

Interview: Stefanie Kaune

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