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Medien & TV Legt Monstervirus das gesamte Internet lahm?
Nachrichten Medien & TV Legt Monstervirus das gesamte Internet lahm?
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22:04 27.03.2009
Von Sascha Aust
Sicherheitsexperten rechnen damit, dass der Computervirus Conficker am 1. April zuschlagen und schlimmstenfalls das gesamte Internet lahmlegen könnte. Quelle: Marcus Brandt/ddp
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Unsicher sind die Fachleute noch darüber, in welcher Form der Virus zuschlagen wird. Sie befürchten allerdings eine gigantische Bedrohung. Allem Anschein nach sei davon auszugehen, dass der Virus mit der Bezeichnung Conficker, der in den vergangenen Wochen Millionen von Computern infiltriert hat, am 1. April zum Angriff übergehen wird. Von dem Virus waren unter anderem auch Rechner der Bundeswehr erfolgreich attackiert worden.

Die Web.de-Sicherheitsexperten erwarten, dass Conficker am 1. April mit der gebündelten Macht aller infizierten Computer zuschlagen wird. Noch könnten führende Security-Experten über die unterschiedlichen Bedrohungsszenarien nur spekulieren, doch was zurzeit in Sicherheitskreisen diskutiert werde, erschrecke selbst die Fachwelt, teilt Web.de mit. Massenhafter Spam-Versand, das Ausspähen von sensiblen Daten, wie Zugängen zum Online-Banking, PCs, deren Daten vollständig gelöscht werden oder gar ein Angriff auf die gesamte Infrastruktur des weltweiten Internets könnten die Folge sein. Oder es passiert schlichtweg nichts – auch das ist möglich. Denn bislang wissen die Sicherheitsexperten lediglich, dass Conficker am 1. April in irgendeiner Art und Weise aktiv werden soll. Doch was er dann macht, ist noch nicht bekannt. Mit dem riesigen Netz an gekaperten Rechnern im Rücken könnte sich der Virus aber einen ganz üblen Aprilscherz erlauben.

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Der Conficker-Wurm ist im November 2008 erstmals aufgetaucht. Er machte sich eine kurzzeitige Sicherheitslücke von Windows zunutze. Diese wurde zwar sehr bald gestopft, da allerdings viele Nutzer auf ihren Rechner das Einspielen von automatischen Updates des Betriebssystems deaktiviert haben und keine Anti-Virensoftware benutzen, konnte sich der Virus dennoch in Windeseile über das Internet verbreiten.

Microsoft ist über das Auftauchen des Wurms offenkundig sehr erbost: Das Unternehmen hat eine Prämie von 250.000 Dollar auf die Ergreifung der Hacker ausgesetzt, die das Schadprogramm entwickelt haben.

Wer seinen Rechner vor Angriffen von Conficker und anderen Computerviren schützen will, sollte daher unbedingt die automatischen Updates eingeschaltet lassen und ein Anti-Virenprogramm einsetzen. Letzteres bietet allerdings nur dann einen effektiven Schutz, wenn es regelmäßig aktualisiert wird. Auch von Zusatzprogrammen wie dem Flashplayer oder dem Acrobat Reader sollte regelmäßig die aktuelle Version aufgespielt werden, da auch bei derlei Anwendungen Sicherheitslücken auftreten, die es einem Angreifer im schlimmsten Fall ermöglichen, die vollständige Kontrolle über einen fremden Rechner zu übernehmen.