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Medien & TV Lena ist erster Gast in Sarah Kuttners neuer Porträtreihe
Nachrichten Medien & TV Lena ist erster Gast in Sarah Kuttners neuer Porträtreihe
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22:26 05.05.2011
Sarah Kuttner (Mitte) und Lena Meyer-Landrut helfen Landwirt „Kalli“ Müllenbach, Maulwurfshügel auf seiner Weide im Bergischen Land zu planieren. Quelle: ARD
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Sie ist frech, aber charmant, hat ein gewinnendes Lächeln und ein Tattoo, sie singt mit, wenn ihr ein Song im Radio gefällt, tanzt gerne –wenn auch etwas linkisch –, und sie hat Grand-Prix-Erfahrung. Sie hat viele Interessen. Und sie hat nur ein Problem: das Alter. Denn mit 32 ist es langsam an der Zeit für etwas Ernsthaftes. Vielleicht hat ­Sarah Kuttner, einstiges Viva- und MTV-Vorzeigeplappermaul, deshalb zugesagt, als ihr SWR und EinsPlus anboten, eine eigene Porträtreihe zu moderieren. Eine, bei der sie rumkommt im Land, statt nur im Studio zu hocken – das hat sie früher schließlich lange genug gemacht. Gleich der erste Gast könnte Kuttners kleine Schwester sein, wenn man von den 13 Jahren Altersunterschied einmal absieht. Lena Meyer-Landrut (19), die am 14. Mai in Düsseldorf ihren Grand-Prix-Titel verteidigen will, und die 32 Jahre alte Moderatorin verstehen sich von der ersten Minute von „Ausflug mit Kuttner“ an blendend. Das ist vielleicht auch eines der größten Probleme. Richtig nah kommt Kuttner dem PR-Profi Meyer-Landrut nämlich nicht, während beide im Auto von Köln nach Rösrath im Bergischen Land fahren.

Wir erfahren, dass die Abiturientin aus Hannover ihre Führerscheinprüfung erst im zweiten Anlauf bestanden hat, dass sie Fan von Achterbahnfahrten, Horrorfilmen und Thrillern von Jack Ketchum ist, früher Britney Spears und Westlife gehört hat, Briefe an den Weihnachtsmann am Nordpol schrieb und Konflikten gerne aus dem Weg geht. So weit, so nett.

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In Poesiealben aus der ersten Klasse ist verbürgt, dass Lena Meyer-Landrut später gerne „einen Bauernhof und eine Harley-Davidson“ hätte – deshalb wird sie von Kuttner jetzt auch auf den Hof von „Kalli“ Müllenbach chauffiert – wo die beiden Frauen in schönster „The Simple Life“-Manier erst einmal Schafe füttern dürfen, ehe sie in den Traktor klettern, um Maulwurfshügel auf der Weide einzuebnen. Anders als bei Paris Hilton und Nicole Richie, die sich unter US-Landeiern ja immer betont bräsig angestellt haben, ist die Landpartie ins Bergische überraschend frei von Peinlichkeiten – wenn man von Meyer-Landruts Hundewunsch absieht: So einen wie Paris Hilton möchte sie haben. „Du bist ein Handtaschen-Hund-Mädchen“, sagt Kuttner kopfschüttelnd. „Ich bin 13 Jahre älter als du. Ich könnte deine Mutter sein. Das verbiete ich dir!“

Intimer ist die Atmosphäre bei einer Brotzeit. Bisweilen, so verrät Meyer-Landrut da, sei sie von dem ganzen Rummel und den ständigen Autogrammwünschen auch genervt. „Manchmal fuckt mich das ab und macht mich auch traurig“, sagt sie. Dann dreht die Sängerin den Spieß um und fragt Kuttner, was sie von der ganzen ESC-Sache denn halte. Und Kuttners Antwort überrascht: „Es ist eine megadoofe Idee, dich noch mal antreten zu lassen – ein bisschen größenwahnsinnig, wer immer das entschieden hat.“ Schließlich wollten die Zuschauer niemanden ein zweites Mal sehen, der schon einmal alles gewonnen hat – was Lena natürlich etwas anders sieht. Solche Momente, in denen Kuttner ihre Schlagfertigkeit aufblitzen lässt, machen den knapp halbstündigen „Ausflug mit Kuttner“ sehenswert. Im Herbst sollen weitere Ausgaben folgen. Man darf gespannt sein, ob die Gesprächspartner dann auch mit einem „Du riechst nach Kuh!“ verabschiedet werden.

Ausflug mit Kuttner“, ARD, Pilot der SWR-Porträtreihe. Sonnabend, 7. Mai, 15.03 Uhr

Karsten Röhrbein