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Medien & TV Lieben und lieben lassen
Nachrichten Medien & TV Lieben und lieben lassen
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12:36 02.11.2013
Foto: Liebe machen kann man lernen: Ann-Marlene Henning (r.) erklärt, wie.
Liebe machen kann man lernen: Ann-Marlene Henning (r.) erklärt, wie. Quelle: MDR/gebrüder beetz filmproduktion
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Berlin

Liebe machen kann man also lernen? Möglicherweise. Dass aber ausgerechnet der leicht angestaubt daherkommende Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) den Deutschen jetzt beibringen will, wie es im Bett wieder Spaß macht, wundert zunächst schon ein bisschen. Aber vielleicht ist an dem Klischee vom freizügigen Ossi ja doch etwas dran.

TV-Tipp

„Make love“ | MDR
Fünfteilige Dokumentation
jeweils sonntags, 22.20 Uhr

„Make Love – Liebe kann man lernen“ heißt die fünfteilige Dokumentation, die wöchentlich, jeweils sonntags ab 22.20 Uhr, die Flaute in den Schlafzimmern und auf dem Bildschirm beenden soll. Denn Sex im TV schien doch zu den Dinosaurierformaten zu gehören, ausgestorben für alle Zeiten. Nicht einmal mehr die drollig bis aufreizend daherkommenden Softpornos auf SAT.1, die so schöne Titel wie „Beim Jodeln juckt die Lederhose“ trugen, bekamen die Zuschauer zuletzt zu sehen. Schuld ist wie immer das Internet, das auch für den Tod von Kultformaten wie „Tutti Frutti“ (RTL), „Wa(h)re Liebe“ (VOX) oder „Liebe Sünde“ (PRO7), verantwortlich gemacht wird.

Vollkommen gegen diesen Trend versucht der MDR nun eine Wiederbelebung in Sachen TV-Sex – und will in der ersten Folge an diesem Sonntag zunächst das vielzitierte Schweigen brechen. Da sind beispielsweise Jessica und Oli. Das Paar ist seit zehn Jahren zusammen, es liebt sich und hat dennoch ein Problem: Es hat keinen Sex mehr. Ein klarer Fall für die Paartherapeutin und studierte Neuropsychologin Ann-Marlene Henning, die Jessica und Oli im Schlafzimmer besucht, um ihnen zu zeigen, wie sie ins Gespräch kommen und im Bett die richtigen Worte finden.

Das Doku-Format basiert auf Hennings gleichnamigem Bestseller „Make Love – Ein Aufklärungsbuch“. Produziert wurde „Make Love“ von Christian Beetz. Der dreifache Grimmepreisträger ist die Garantie dafür, dass die Sendung nicht aufreißerisch wirkt oder ins Pornografische abrutscht, sondern sogar ziemlich jungfräulich in der Darstellung bleibt. Die weibliche Klitoris erklärt Henning mittels einer „Mösette“ aus Plüsch, schließlich muss man ja auch irgendwie zeigen können, wie es bei Frauen „dort unten“ so aussieht. Mit Humor überwindet man Tabus bekanntermaßen leichter.

Statistiken, die besagen, dass 49 Prozent der Deutschen unzufrieden sind mit ihrem Sexleben, sowie Auftritte von Wissenschaftlern sorgen für die nötige Ernsthaftigkeit, mit der man dem Thema begegnen sollte. Auch dabei ist der anerkannte Sexbuchautor Dr. David Schnarch. Jugendfrei ist die Sendung trotzdem nur fast. Der Webauftritt des Formates, zu dem auch eine Radiosendung gehört, wird immer nur sonntags zwischen 22 und 6 Uhr freigeschaltet. Wer dennoch montags mit Fragen in die Woche startet, findet Rat bei MDR JUMP (22–23 Uhr), wo Radiomoderator Felix Schmutzer die Sextrainerin Henning live in der Sendung hat.

Nora Lysk

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