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Medien & TV Der erste Kuss war fürchterlich
Nachrichten Medien & TV Der erste Kuss war fürchterlich
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17:46 01.06.2014
Auch wenn ihr Leben mitunter eine Baustelle ist, so würden Almuth (68) und Peter (70) heute wieder Ja zueinander sagen. Quelle: ZDF
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Die einen verlieben sich, und schon trennen sie sich wieder. Die anderen schaffen das Kunststück, über Jahrzehnte miteinander durch dick und dünn zu gehen. Diese Menschen müssen eine bestimmte Haltung zum Leben haben, sagte sich die TV-Autorin Anabel Münstermann und drehte für die ZDF-Reihe „37 Grad“ die Dokumentation „Liebesformel: Alte Paare und das Geheimnis ihres Glücks“. 30 Minuten Zeit hat das ZDF für seine drei Paare eingeplant. Sie alle erzählen in dem Film, wie sie es geschafft haben, mehr als 50 Jahre zusammenzustehen.

Zum Beispiel Henriette (84) und Klaus (85). Es sei wichtig, dass man auch die „negativen Seiten“ des Partners akzeptiere, sagt die Pianistin, die auch heute noch Klavierunterricht erteilt, eingangs des Films. Ihre Toleranz gegenüber dem Ehemann hat offenbar auch die nachfolgenden Generationen beeindruckt: Henriette und Klaus haben sechs Kinder und schon 15 Enkel. Wenn die Familie sich bei den Großeltern trifft, kommen regelmäßig 30 Menschen zusammen. „Wir wollten Karriere machen und trotzdem viele Kinder haben“, sagt Henriette. Klaus war früher Bauingenieur und kümmerte sich nebenbei auch um die Kinder, obwohl genau dieses Erziehungsmodell noch nicht besonders verbreitet war. „Es ist doch normal, dass man sich umeinander kümmert“, sagt Klaus heute und bereitet auch immer noch das Mittagessen vor, während Henriette mit Schülern am Piano sitzt.

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Die Beziehung von Almuth (68) und Peter (70) stand dagegen häufiger auf der Kippe. Als er journalistisch Karriere machte, blieb sie mit den Kindern im Haus und erinnert sich heute, dass ihr damals „die Decke auf den Kopf fiel“. Zu allem Überfluss verliebte sich Peter in andere Frauen. Doch der Streit und die anschließend gefundene Balance formten sie. Heute sagt Peter über seine 50 Jahre mit Almuth: „Es ist alternativlos, um ein Zitat von Angela Merkel zu benutzen.“ Sie zu ihm: „Das hast du noch nie gesagt!“ Er: „Das fiel mir gerade so ein.“ Sie: „Süß!“ Das große Haus, eine Mühle im Taunus, eine ständige Baustelle – wie ihr Leben.

Dieter, heute 75, ist wiederum ein ganz anderer Typ. Carmen, heute 70, erinnert sich an ihr erstes Treffen: „Er kam in einem roten Alfa Romeo. Ich stieg ein, und bei 130 Sachen gab er mir einen Kuss. Es war fürchterlich.“ Sie habe wiederum seinen Vorstellungen entsprochen, berichtet Dieter: „Dunkelhaarig und sportlich.“ Doch ihr Leben bekommt einen Knick: Der Frachtschiffkapitän verliert durch einen Unglücksfall seinen Job, Carmen fängt an zu trinken. Ihr Mann hält zu ihr. Heute muss sie sich um Dieter kümmern, denn er kann kaum noch laufen. Drei Paare, drei gemeinsame Schicksale – und das alles in 30 Minuten. Der Film hätte getrost doppelt so lang sein können.

Von Carsten Rave

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