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Medien & TV Linda Zervakis ist die „Neue“ im Ersten
Nachrichten Medien & TV Linda Zervakis ist die „Neue“ im Ersten
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22:34 17.05.2013
Von Dany Schrader
Linda Zervakis ist die neue „Tagesschau“-Sprecherin im Ersten. Quelle: Screenshot
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Köln

„Guten Abend, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie bei der ,Tagesschau‘.“ Ein kurzer, sachlicher Satz, mehr nicht. Keine Wackler, keine Versprecher, nicht einmal eine Spur von Lampenfieber. Eigentlich war damit am Freitagabend um 20 Uhr alles wie immer bei der „Tagesschau“ im Ersten – mit der Ausnahme, dass hinter dem Pult im Hamburger Fernsehstudio Linda Zervakis die Nachrichten verlas. Die 37-Jährige ist die Nachfolgerin von Marc Bator, der vor Kurzem zu SAT.1 gewechselt war. Wenn man bedenkt, dass die Hauptausgabe der Sendung mit täglich bis zu fünf Millionen Zuschauern das meistgesehene Nachrichtenformat im deutschen Fernsehen ist, ist es durchaus verständlich, dass der eigentlich unaufgeregte Wechsel dennoch mit Interesse verfolgt wurde.

Die Entscheidung, Zervakis nach dem Abschied von Bator in das feste Team der Sprecher aufzunehmen, wurde von den Kollegen beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) sehr begrüßt – unter anderem auch, weil die Wahl einmal nicht auf eine typisch hanseatische Blondine, sondern eine als sehr bodenständig geltende Dunkelhaarige gefallen war. Mit Zervakis werde die „Tagesschau“ „jünger, weiblicher und internationaler“, sagte etwa ARD-Aktuell-Chef Kai Gniffke. Noch dazu gilt Zervakis als hochprofessionell. Sie sei eine, die stets und unaufhaltsam an sich arbeite, und noch dazu ausnehmend nett, sagen Kollegen.

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Ihre Karriere begann die gebürtige Hamburgerin 2001 beim NDR, wo sie unter anderem als Reporterin für das „Schleswig-Holstein Magazin“ und den Radiosender N-JOY arbeitete. Im Jahr 2006 kam sie in das Team von ARD-Aktuell, wo sie unter anderem im „Nachtmagazin“ zu sehen war – einer Sendung, die wie die „Tagesthemen“ moderiert wird  und in der die Nachrichten nicht wie in der „Tagesschau“ vom Blatt gelesen werden. Vertretungsweise war Zervakis mitunter auch schon in einigen Ausgaben der „Tagesschau“ zu sehen. Erfahrung bringt sie also ausreichend mit.
Es gibt aber noch eine andere Seite der neuen Frau bei der „Tagesschau“: Zervakis ist die Tochter griechischer Einwanderer und besitzt neben der deutschen auch die griechische Staatsbürgerschaft. Im Kiosk ihrer Eltern soll sie bis zu ihrem 28. Lebensjahr noch an Sonntagen ausgeholfen haben. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, einem Radiojournalisten, hat sie einen 15 Monate alten Sohn.

Dass sie vor ihrem ersten Auftritt als feste Sprecherin im Team am Freitagabend das Lampenfieber plagen würde, hatte die 37-Jährige bereits vorab im Interview erklärt: „Für mich ist es wie die Teilnahme am Champions-League-Finale. Natürlich gibt es inzwischen viele Nachrichtenformate, auch im Internet. Die meisten Zuschauer versammeln sich dann aber immer noch zum Anpfiff um 20 Uhr, um sich die Nachrichten des Tages anzusehen.“ Dass ausgerechnet ihr die Nachfolge von Bator angeboten wurde, habe sie anfangs daher kaum glauben können. Nach dem entsprechenden Anruf habe sie sich mehrmals kneifen müssen, sagt Zervakis.

Marc Bator hatte sich bei seinem ersten Auftritt bei SAT.1 mit den Worten: „Wie Sie sehen, ich bin der Neue“ vorgestellt. Einen solchen Gruß in eigener Sache sparte sich Zervakis. Allerdings schenkte sie den Zuschauern am Ende der Sendung ein kurzes Lächeln. Schon mal ein guter Anfang.