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Medien & TV MHH-Ärzte in eigener TV-Serie
Nachrichten Medien & TV MHH-Ärzte in eigener TV-Serie
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09:36 20.07.2012
Abschlussbild zu den Dreharbeiten an der MHH: „Die jungen Ärzte“ vor dem Klinikum. Quelle: Kaiser/MHH
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Hannover

Es herrscht kein Mangel an Ärzten im deutschen Fernsehen. Auf allen Kanälen wird zu Geigenmusik gelitten, geliebt und geschnippelt: von den spießig-deutschen ARD-Blutkonservenverwaltern in der Leipziger „Sachsenklinik“ bis zu den hippen, welpenäugigen US-Lebensrettern in „Grey’s Anatomy“ auf PRO7 oder den putzigen Tagträumern, die in „Scrubs“ durch die Flure schlurfen.Ganz zu schweigen von „Dr. House“ – dem Mann, der die Zystische Echinokokkose erst populär gemacht hat. Und Morbus Whipple. Und das MERRF-Syndrom. Und die akute Schistosomiasis.

Der Fernseharzt 2012 ist zwar deutlich defekter und melancholischer als weiland der gravitätische Professor Brinkmann, aber noch immer eine kompetente, sexuell interessierte, attraktive Persönlichkeit. Das macht ihn zur medialen Autorität, die sich durch Sätze wie „Es ist Lupus!“ oder die Wirrnisse der Realität nicht aus der Ruhe bringen lässt.

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Höchste Zeit, dieses Zerrbild zu korrigieren. Diesen Job übernehmen jetzt ein Dutzend (echter) junger Assistenz- und Fachärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Von September bis Dezember 2011 haben Kamerateams die vier Frauen und acht Männer begleitet. Sie sind beim Joggen in der Eilenriede zu sehen, beim Leben in der Ärzte-WG, aber vor allem bei der Arbeit in der Geburtshilfe, der Chirurgie, der Onkologie, der Kinderkardiologie. Die fünfteilige Reportagereihe „Die jungen Ärzte“ ist vom 25. August an sonnabends um 22 Uhr bei VOX zu sehen. Sie will aufräumen mit dem Fernsehmythos, dass das Leben junger Ärzte ein Rock-’n’-Roll-Ritt zwischen Koksrausch und Katheter ist.

„Die Serie zeigt den Klinikalltag mal in der Realität und nicht als Dokusoap oder Spielfilm“, sagt MHH-Sprecher Stefan Zorn. Angenehmer Nebeneffekt: Werbung für Stadt und MHH. Die Kölner Produktionsfirma Fandango („Mieten, Kaufen, Wohnen“) hatte 2011 diverse deutsche Klinken angeschrieben. Nach der schnellen Zusage aus Hannover gab es für 20 der 650 MHH-Assistenzärzte ein Medizinercasting mit Kameratest und Interview. Mit dabei ist nun zum Beispiel Notarzt Philipp Haas (31), den die Kamera zu einem schweren Lkw-Verkehrsunfall auf der A 2 begleitet.

„Die Kameraleute haben bei solchen Notfalleinsätzen sehr sensibel agiert“, sagt Haas. „Notfalls hat auch das Zurückpfeifen geklappt.“ Auch die angehende Urologin Heike Labenski (32) ist im Boot. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt sie. „Phasenweise war es sogar sehr witzig.“

VOX schlägt mit der Reihe ZDFneo ein Schnippchen. Dort ist unter dem Titel „Junior Docs“ ein ganz ähnliches Projekt in Vorbereitung. In der deutschen Variante des britischen Originalformats werden ebenfalls acht junge Assistenzärzte begleitet – allerdings in Hamburg. ZDFneo beginnt erst Ende September mit der Ausstrahlung. Hannover schlägt also Hamburg. Muss auch mal sein.

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