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Medien & TV Macht Gottschalk auch die große ARD-Show?
Nachrichten Medien & TV Macht Gottschalk auch die große ARD-Show?
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15:23 13.12.2011
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Berlin

Thomas Gottschalk und die große ARD-Show - wird der 61-jährige Showmaster für das „Erste“ nach seiner neuen Vorabendsendung nun auch die Samstagabendunterhaltung bestreiten? Programmdirektor Volker Herres bremst voreilige Erwartungen, Ex-„Wetten, dass..?“-Moderator Gottschalk könne fünf oder sechs Abendshows für die ARD bestreiten.

„Ich kann mir natürlich vieles vorstellen, aber das ist derzeit kein Thema“, sagte Herres in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. „Er hatte die größte Show, die er haben konnte, im ZDF. Er wird sich jetzt auf den Vorabend im Ersten konzentrieren wollen.“ Erstmal solle Gottschalk in seiner Vorabendsendung ankommen, vier Mal die Woche tagesaktuell produziert (ab 23.1., montags bis donnerstags, 19.20 Uhr).

Die Programm-Neustrukturierung am späteren Abend, die im Spätsommer in Kraft trat, wollte Herres noch nicht bewerten. In erster Linie sollten die „Tagesthemen“ eine über den Wochenverlauf identische Startzeit bekommen, auch am Mittwoch. „Die „Tagesthemen“ haben davon profitiert, sie haben 170.000 Zuschauer mehr, haben aber an Marktanteilen verloren, da sie zu einer früheren Tageszeit gesendet werden“, sagte Herres. „Das wussten alle, die was mit dem zu tun haben, vorher.“

Die ein oder andere Talkshow, die einen neuen Sendeplatz am späten Abend bekommen hat, musste Einbußen hinnehmen. Von neuerlichen Veränderungen redet Herres nicht. „Derzeit gilt das Schema, das wir im Sommer in Kraft gesetzt haben. Niemand hat die Absicht, aktuell irgendetwas daran zu ändern.“ Jedoch sagt er auch: „Wer das Fernsehgeschäft kennt, der weiß, dass außer der „Tagesschau“ nichts für ewig ist im deutschen Fernsehen.“

Laut Herres peilt die ARD für das Jahr 2012 nicht mit allen Mitteln die Marktführerschaft (die derzeit RTL hat) für das „Erste“ an, sondern will nach den Worten ihres Programmdirektors ihr „Qualitätsversprechen in allen Genres“ einlösen. „Wir betreiben nicht Quotenmaximierung um jeden Preis“, sagte Herres. „Sonst könnten wir vieles von dem, was wir wollen, umfangreiche Information oder fiktionale Experimente wie den Dreiteiler „Dreileben“ nicht machen.“

Die quantitative Marktführerschaft (nach Marktanteils-Prozenten) allein sei kein Thema. „Ich habe es so nie gesagt, ich habe nur nie dementiert, wenn es mir in den Mund gelegt wurde“, meinte Herres. Derzeit liegt RTL in der Jahreswertung mit 14,1 Prozent Marktanteil vor der ARD, die auf 12,4 Prozent kommt.

„Natürlich wollen wir mit unserem Programm nicht am Publikum vorbeisenden und möglichst vorne liegen“, sagte Herres. „Und 2012 werden uns zwei sportliche Großereignisse, die in unserer Zeitzone liegen, begünstigen, was die Marktanteile anbelangt: die Olympischen Spiele und die Fußball-Europameisterschaft. Und dann schauen wir mal, wo wir Ende des Jahres stehen, in jedem Fall irgendwo vorn.“ 

dpa

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Stefanie Nickel 04.12.2011