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Medien & TV „Medien sollten IS-Videos nicht zeigen“
Nachrichten Medien & TV „Medien sollten IS-Videos nicht zeigen“
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06:52 29.04.2015
Der selbst ernannte Führer des IS: Abu Bakr al-Baghdadi.
Der selbst ernannte Führer des IS: Abu Bakr al-Baghdadi. Quelle: dpa
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Denn die sich immer weiter steigernde Brutalität in den Videos sei Teil einer ausgeklügelten Medienstrategie, sagt etwa Asiem El Difraoui. Der in Offenbach geborene Politologe hat 2010 über den „Dschihad der Bilder“ promoviert. Die Bildersprache der Terroristen bediene sich mit voller Absicht bei der globalen Jugendkultur: „Man hat das Gefühl, man ist in der Videospielästhetik oder im schlimmsten, trashigsten US-Horrorfilm.“ Und damit werde eine bestimmte Zielgruppe erreicht. „Diese Propaganda wendet sich an junge Leute, die aufgewachsen sind mit dem Schlimmsten, was der Westen so produziert hat: völlig wertlose, unmoralische Filme und Videospiele voller Ultragewalt. Der IS dreht diese Trash- und Horrorwelt um, um Leute anzuziehen, die vermutlich die Cyberwelt nicht von der realen unterscheiden.“

Westliche Medien ließen sich „im Bild-Dschihad des Web 2.0“ als Kriegswaffe missbrauchen. Da werden die spektakulärsten Bilder gezeigt, nicht der totale Horror, aber kurz davor, und das Ganze nimmt einen Platz in den Medien ein, der einfach viel zu groß ist.“ Ein Beispiel sei auch Dschihadi-John, der Schlächter mit britischem Pass. „Die Figur hat der IS nur aus einem Grund kreiert: weil die Anführer wissen, dass Johns Botschaften bei uns ankommen“, glaubt auch der US-Journalist Theo Padnos, selbst zwei Jahre lang Geisel der syrischen Al-Nusra-Front. „Und das tun sie.“ Stattdessen sollten Medien islamistischen Propagandavideos nicht mehr so viel Sendezeit widmen. Nur dann könne der Dschihad der Bilder entzaubert werden.

Von Marc Engelhardt

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