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15:15 16.04.2008
Etwa ein Drittel der deutschen Internetsurfer nutzt mittlerweile soziale Netzwerke wie Myspace, Xing oder eben der VZ-Gruppe.
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Und wenn man sein Profil auf „öffentlich“ geschaltet hat, sind solche Informationen auch für Außenstehende sichtbar.

Etwa ein Drittel der deutschen Internetsurfer nutzt laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens PbS mittlerweile soziale Netzwerke wie Myspace, Xing oder eben der VZ-Gruppe. Die ist mit studiVZ, schülerVZ und meinVZ Marktführer in Deutschland – mehr als acht Millionen Nutzer sind bei den drei Plattformen registriert. Seit Kurzem haben schülerVZ und studiVZ sogar T-Online abgelöst, den jahrelangen Marktführer bei den Internetangeboten in Deutschland. Mit 6,5 Milliarden Aufrufen im Monat März schlägt schülerVZ die T-Online-Seite (3,2 Milliarden Aufrufe) um Längen.

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Ursprünglich nur für Studenten gedacht, überstieg die Zahl der Nutzer bei studiVZ schnell die Anzahl der an Hochschulen eingeschriebenen Studenten. Wie sich zeigte, war das Portal auch für Internetnutzer spannend, die ihre Zeit nicht in Hörsälen verbrachten. Sie hatten sich unter Angabe falscher Daten in das Portal geschummelt. Der Betreiber – die StudiVZ Limited, inzwischen eine Holtzbrinck-Tochter – reagierte schnell und hob weitere Portale aus der Taufe. Zuerst kam schülerVZ, das sich im ersten Monat seiner offiziellen Zählung von null auf Platz eins katapultierte. Seit ein paar Wochen ist auch meinVZ am Start, ein Portal für jedermann.

Das Prinzip ist bei allen Portalen gleich: Es geht darum, sich im Netz möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Der Nutzer gibt seine berufliche Laufbahn an, dazu Vorlieben und Kontaktdaten. Er lädt ein Foto hoch und sucht nach Freunden und Bekannten. Dann wählt er aus, ob nur seine Freunde oder alle Nutzer sein Profil einsehen dürfen. Auf der Startseite werden dann nach und nach die Freunde angezeigt, die man in dem Portal gefunden hat. Man kann andere „gruscheln“, das heißt, einen Gruß hinterlassen. Zudem können Gruppen gegründet werden, in denen sich Gleichgesinnte über Lieblingsurlaubsziele oder Fußballvereine austauschen. Sehr beliebt ist auch das Anlegen öffentlicher Fotoalben. Fotos können dann von jedem Besucher betrachtet und kommentiert werden.

Genau darin liegt aber auch der Haken: Denn inzwischen sind diese Netze auch bei Personalchefs sehr angesagt. Sie verschaffen sich auf einfache Weise einen ersten Eindruck von den Bewerbern. Da kommt es dann nicht so gut, wenn derjenige sich im Netz mit Bildern von einer wilden Party präsentiert. Aus gutem Grund haben sich in den vergangenen Wochen viele Nutzer Pseudonyme zugelegt und Bilder aus ihren Profilen gelöscht. So langsam kehrt offenbar – zumindest bei den älteren studiVZ-Nutzern – ein Bewusstsein dafür ein, dass der zu freizügige Umgang mit privaten Daten im Netz schnell zum Karrierehemmnis werden kann. Und dass der gläserne Nutzer droht, wenn man mit den eigenen Daten nicht verantwortungsvoll umgeht.

von Alexander Nortrup