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Medien & TV Microsoft stellt Internet Explorer 9 vor
Nachrichten Medien & TV Microsoft stellt Internet Explorer 9 vor
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07:27 17.09.2010
Microsoft-Manager Dean Hachamovitch präsentierte die neue Software in San Francisco. Quelle: dpa
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Wer noch Windows XP benutzt – und das sind weiterhin eine Menge Menschen –, der wird ihn nicht ausprobieren können: Der jetzt als Vorabversion vorgestellte neue Internet Explorer von Microsoft läuft nur unter den neuen Windows-Versionen Vista oder Windows 7. Dafür hat Microsoft für den „IE9Beta“ viele Details übernommen, die andere populäre Browser schon seit Längerem bieten.

Dies nicht ohne Grund: In Deutschland hat zuletzt der Alternativbrowser Firefox von der Mozilla-Foundation das Microsoft-Produkt überflügelt, das bei Windows automatisch vorinstalliert ist. Und weltweit ist der einst so dominante Internet-Browser auf einen Marktanteil von nur noch 60 Prozent gefallen. Neben dem konkurrierenden Firefox haben Browserprogramme wie Google Chrome, Apples Safari und Opera aus Norwegen dem Marktführer nach und nach Anteile abgeknapst.

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Wichtigste Neuerung des Browsers ist seine Reduktion: Das Programm zeigt beim ersten Start so gut wie keine Menüs mehr. Die Eingabezeile für die Internet-Adresse dominiert, es gibt einen Vor- und einen Zurück-Button, und ganz ähnlich wie bei Google Chrome werden in der Mitte der ersten Seite verkleinerte Voransichten auf früher besuchte Seiten angezeigt. Erst nach Drücken der Alt-Taste wird bei diesem Browser das Menü eingeblendet.

Eine weitere Idee wurde vom Google-Browser übernommen: Dort, wo man normalerweise eine www-Adresse einträgt, kann man nun auch beim Internet Explorer seine Suchwörter eintragen. Doch während der Gogle-Browser automatisch auf die Google-Suche umschaltet, verzweigt der IE9 fast logisch auf die Microsoft-eigene Suchmaschine Bing. Immerhin lässt sich in den Einstellungen hinterlegen, welche Suchmaschine bevorzugt verwendet werden soll. Neuerdings verarbeitet der Microsoft-Browser zudem neue technische Internet-Standards wie HTML5 und CSS3 – das macht es künftig für Programmierer von Webseiten einfacher, ihre Angebote zu gestalten.

„Der Browser soll sich nicht so wichtig nehmen“, sagte Daniel Melanchthon von Microsoft bei der Vorstellung des Programms in Hamburg. Erstmals lassen sich mit dem Browser einzelne Webseiten anhand ihres Symbols („Favicons“) aus dem Browser in die Taskleiste herausziehen und dort ganz ähnlich wie Anwendungen ablegen. Einmal mehr verschwimmen so die Grenzen zwischen Betriebssystem und Internetwelt. Zudem lassen sich wie schon beim Firefox-Browser einzelne Seiten als „Tabs“ (= Registerreiter) aus dem Browser herausziehen und als eigenständiges Fenster ablegen – wichtig, wenn man häufig zwischen verschiedenen Internetfenstern hin- und herspringt.

Ebenfalls neu: eine verbesserte Verwaltung für Browser-Erweiterungen. Diese so genannten Add-Ons bestücken den Browser mit neuen Funktionen, erhöhen allerdings auch die Ladezeit des Programms. Wie hoch diese Ladezeit für das jeweilige Add-On ist, lässt sich auf Wunsch anzeigen – so dass man schnell den Bremsklotz im System isolieren kann.

Insgesamt macht die vorliegende Fassung nach Ansicht von Fachleuten einen stark verbesserten Eindruck gegenüber dem jetzigen Internet Explorer 8. Vereinzelt wurden noch Fehler wie etwa die teils mickrige Schrift unter bestimmten Systemkonfigurationen entdeckt. Die endgültige Version des IE9 soll zum Jahresende erscheinen – bis sie dann auch in den Unternehmen als Standard verteilt wird, dauert erfahrungsgemäß länger.

Als Download gibt es den IE9 unter www.microsoft.de