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13:42 15.12.2008
Sprachsteuerung
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Microsoft will es den Nutzern von Vista leichter machen, das System zu bedienen. Einen besonderen Teil nimmt dabei die Spracherkennung ein. Mit einem Headset, zu Deutsch „Kopfgeschirr“, lässt sich Windows steuern und auch Text diktieren. Die Spracherkennung funktionierte in unseren Tests allerdings nicht mit jedem Headset oder Mikrofon. Erst mit einem Gerät von Labtec, das zusätzlich zu einem Kopfhörer und dem Mikrofon eine kleine Steuereinheit enthält, ließ sich das Lernprogramm starten. Lernen muss dabei nicht nur der Mensch, wie der Computer per Sprache zu bedienen ist; lernen muss mehr noch der Computer, wie die Person vor dem Gerät bestimmte Befehle ausspricht.

Wenn Sie Ihr Sprechgeschirr aufgesetzt und angeschlossen haben, finden Sie das Lernprogramm in der Systemsteuerung unter „Erleichterte Bedienung“. Zunächst ist das Mikrofon einzurichten, was darin besteht, einen Satz zu sprechen: „Peter diktiert seinem Computer. Er mag dies lieber als tippen und schreibt auch nicht gerne mit Stift und Papier.“ Danach startet Windows ein Lernprogramm, in dem Sie für etwa 20 Minuten durch besondere Sprechbefehle und die Bedienung geführt werden. Es ist eigentlich ganz einfach: Mit „Zuhören starten“ geht’s los, „Zu WordPad wechseln“ oder „WordPad starten“ öffnet das Textprogramm, und dann schreiben Sie Ihren Text. Wird ein Wort falsch erkannt, sagen Sie das Wort noch einmal und „korrigieren“, Windows bietet im Verlauf des Diktats Vorschläge für solche falschen Umsetzungen an.

Das funktioniert nicht nur in WordPad, sondern auch in anderer Software wie dem E-Mail-Programm. Und man kann mit Sprachbefehlen Menüs steuern: „Datei öffnen“ navigiert durch das entsprechende Menü, „Nummern zeigen“ überlagert die anklickbaren Schaltflächen im aktuellen Fenster oder sogar auf dem gesamten Desktop mit Nummern. Die gesprochene Nummer gefolgt von „Okay“ simuliert dann den Mausklick. Eine lange Liste aller möglichen Befehle bringt der Sprachbefehl „Was kann ich sagen?“ auf den Schirm.
Insgesamt versteht der Vista-Computer eine einigermaßen natürliche Ausdrucksweise. Allerdings braucht die Software viel Training. Sonst kommt dabei so etwas heraus: „Hallo ihr zwei, neue Zeile… Hallo ihr zwei, diesen Text die Tiere ich euch per Spracherkennung with funktioniert. Doch mal von Phone..“ Was wollte uns der Autor damit sagen? „Diesen Text diktiere ich euch per Spracherkennung – es funktioniert. Noch mal von vorne.“ Nun ja.

Den Computer komplett ohne Tastatur und ohne Maus steuern zu können, erscheint dennoch nicht mehr in weiter Ferne. Fachleute bescheinigten der Windows-Spracherkennung eine gute Erkennungsrate nach längerem Training.

Das über die Systemsteuerung zu erreichende Center für erleichterte Bedienung ist die zentrale Anlaufstelle, von der aus alle Eingabe-, Anzeige- und Steuerungshilfen aufgerufen werden können, die vor allem Menschen mit körperlichen Einschränkungen den Umgang mit Vista erleichtern soll. Am einfachsten geht das in der Systemsteuerung > Erleichterte Bedienung > Einstellungen empfehlen lassen. Vista erkundigt sich dann in fünf Schritten nach Einschränkungen beim Umgang mit Eingabegeräten sowie dem Seh- und Hörvermögen des Anwenders. Anschließend macht das Betriebssystem einige Vorschläge, wie die Anzeige und Steuerung den individuellen Einschränkungen angepasst und erleichtert werden kann. Führen die Vorschläge von Vista nicht zum gewünschten Ergebnis, können im unteren Bereich des Centers alle Eingabehilfen auch per Einzeleingabe aktiviert werden.

Wer Probleme mit den Augen hat, kann etwa die Bildschirmlupe aktivieren. Ein Bereich des Bildschirms, dessen Größe den eigenen Vorlieben entsprechend angepasst werden kann, wird dann zu einem Vergrößerungsglas. Dort wird – in zwei- bis 16-facher Vergrößerung – der Bereich dargestellt, in dem sich der Mauszeiger gerade bewegt.

Menschen mit Bewegungseinschränkungen der Hände können für die Verwendung von Tastenkombinationen eine Einrastfunktion aktivieren. Um etwa im Internet Explorer ein neues Fenster zu öffnen, brauchen die Tasten Strg + N nicht gleichzeitig gedrückt zu werden. Wird die Strg-Taste gedrückt, bleibt sie so lange eingerastet, bis die Eingabe der Tastenkombination abgeschlossen ist.

Auch wer Schwierigkeiten hat, eine Maus zu bedienen, findet unter Vista eine Alternative: Die Zehnertastatur kann zu einer Art Tastenmaus umgerüstet werden. Der Zeiger wandert dann beim Drücken der 8 nach oben, die Enter-Taste wird zur Maustaste.

von Michael Pohl, Sascha Aust und Marcus Schwarze