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Medien & TV Auch NDR-Mitarbeiter kritisieren Naidoo
Nachrichten Medien & TV Auch NDR-Mitarbeiter kritisieren Naidoo
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21:53 24.11.2015
In einem internen Brief kritisieren NDR-Mitarbeiter die ESC-Nominierung von Xavier Naidoo. Quelle: dpa
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Hamburg

"Nachdem es Kritik vieler Redakteure gab, die sie in einem Brief dargelegt haben, hat der Fernsehdirektor noch am vergangenen Freitag zu einer Diskussionsrunde geladen, in der in Anwesenheit des Unterhaltungschefs die Argumente für und gegen die Entscheidung ausgetauscht wurden", teilte der für den ESC in der ARD verantwortliche NDR am Dienstag in Hamburg mit. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

NDR-Mitarbeiter kritisieren Imageschaden bei der ARD

Die Nominierung Naidoos war am Donnerstag mitgeteilt worden, der Rückzug am Samstag. Der Zeitung zufolge unterschrieben den "Brandbrief" an die Senderleitung 40 Mitarbeiter, viele darunter seien in leitenden Positionen. Die Unterzeichner kritisierten demnach die Nominierung Naidoos, obwohl dieser mit Antisemitismus, Homophobie und Verschwörungstheorien in Verbindung gebracht werde. Sie warfen dem Sender vor, damit "das Ansehen der ARD und damit unser aller Arbeit" nachhaltig zu beschädigen, wie es in dem Bericht weiter hieß.

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Laut "Bild" wurde Naidoo innerhalb einer Frist die Möglichkeit gegeben, freiwillig zurückzutreten. Dazu teilte der Sender mit: NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber, der auch ARD-Unterhaltungskoordinator und beim NDR Fernsehdirektor Frank Beckmann untergeordnet ist, habe Naidoos Management darüber informiert, dass der Sender den Sänger nicht für den ESC 2016 nominieren und dies am Sonnabendmittag bekanntgeben werde.

NDR-Rundfunkrat beschäftigt sich mit Naidoo-Fall

Über mögliche Verpflichtungen des NDR gegenüber Naidoo könne man nach wie vor noch nichts sagen, hieß es weiter. Auch an der Frage, wie der deutsche Beitrag für den ESC in Stockholm 2016 gefunden wird, werde weiterhin gearbeitet. Fest steht: Am 4. Dezember wird sich der NDR-Rundfunkrat mit dem Naidoo-Hickhack befassen. Das teilte Dagmar Pohl-Laukamp, die Vorsitzende des Gremiums, der Süddeutschen Zeitung auf Anfrage mit.

dpa

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