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Medien & TV Neue Show mit Guido Maria Kretschmer
Nachrichten Medien & TV Neue Show mit Guido Maria Kretschmer
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00:23 05.11.2015
Modedesigner Guido Maria Kretschmer posiert zwischen zwei Schneiderpuppen bei Dreharbeiten des VOX-Nähwettbewerbs "Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?". Quelle: Jörg Carstensen/dpa
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Berlin

Meike ist verzweifelt. Sie vergießt Tränen. Als jemand die füllige Frau trösten will, schreit sie: "Nicht anfassen!" – Die Nerven liegen schon mal blank bei den Kandidaten, auch wenn Juror Guido Maria Kretschmer von Slow TV spricht, einem langsamen Fernsehen, das gegen die Hektik des medialen Alltags steuert.

Der 50-jährige Kretschmer, vom Privatsender Vox zu einem kleinen Modepapst aufgebaut, leitet eine Näh-Casting-Show mit dem Titel "Geschickt eingefädelt". Start ist am Dienstag um 20.15 Uhr bei Vox. Und so etwas hat es im deutschen Fernsehen tatsächlich noch nicht gegeben.

500 Kandidaten haben sich beworben, in der Mehrzahl Frauen. Zum Kandidatenkreis der letzten acht gehören aber drei Männer – immerhin. Die Jury mit Kretschmer sowie Inge Szoltysik-Sparrer, der Bundesvorsitzenden des Maßschneiderhandwerks, und der Designerin Anke Müller wählt die beste Schneiderin oder den besten Schneider aus. Sie haben sich in Prüfungen zu bewähren. Zum Beispiel müssen sie Herrenhemden zu Damenblusen umnähen. Oder sie haben die Aufgabe, einen trägerlosen BH zu entwerfen.

Der talentierteste Hobbynäher bekommt eine Einladung an die Ecole de la Chambre syndicale de la couture parisienne, an der Ikonen wie Karl Lagerfeld und Yves Saint Laurent ihr Handwerk gelernt haben. Kretschmer, der für Vox auch der "Shopping Queen" und der "Promi Shopping Queen" beim Einkleiden hilft, steht den Kandidaten zur Seite, aber zischelt auch schon mal "Textil-Terrorist". Sein erklärtes Ziel: die Leute am Bildschirm zum Selbermachen animieren. "Lieber ein altes Bettlaken verwenden als so ein Schrabbelteil aus Asien kaufen, an dem noch Kinderarbeit hängt", sagt er.

Von Carsten Rave

Interview mit Guido Maria Kretschmer

"Jeder Drehtag ist ein Vergnügen"

Herr Kretschmer, kennen Sie das britische Vorbild Ihrer Show?
Ich habe "The Great British Sewing Bee" gesehen und war vom ersten Moment an total begeistert. Vox wusste auch, dass die Sendung wie für mich gemacht ist – das hat mich total gefreut. Und hier dabei zu sein, ist an jedem Drehtag ein großes Vergnügen.

Warum steht Do-It-Yourself so hoch im Kurs?
Das ist ja das Schöne, wenn man etwas näht, dann sagen immer alle: Das ist niedlich. Wenn Du aber etwas kaufst, das nicht sitzt, sagen alle: Guck mal, schön ist anders. Es ist dieses Gefühl, etwas für andere zu machen, an sie zu denken, während man für sie etwas näht.
Was war das Erste, das Sie selbst genäht haben?
Eine mintgrüne Weste mit einem komischen Muster, muss ich zugeben. Mit braun eingefassten Paspeln. Das war nicht unkompliziert. Und die hat meine Mutter stolz auf dem Schützenfest getragen. Ich glaube, sie hat sie irgendwann dezent entsorgt, aber ich hatte sie für sie genäht. Nachher wurde es besser, da kamen erste Aufträge. Erstaunlicherweise war ich immer schon relativ geschäftstüchtig, auch als Kind. Meine Schwester war ein guter Promoter. Es war auch immer klar: Der Guido kann das.

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