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00:15 03.11.2013
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Hannover

Deutschlands bekannteste TV-Rentnerin ermittelt wieder. Und ein Ende ist zum Glück noch nicht in Sicht. Seit 1994 ist „Bella Block“, die einst von der Autorin Doris Gercke erdacht worden ist, in schöner Regelmäßigkeit im ZDF zu sehen. Und dient inzwischen nach der Einstellung der fast gleichaltrigen Reihe „Rosa Roth“ (mit Iris Berben) als das Krimi-Aushängeschild des Senders.

Ein andauernder Erfolg, der wohl nicht zuletzt an der heute 71-jährigen Hannelore Hoger liegt, die diese Figur immer resolut und gleichzeitig mitfühlend verkörpert. Und der man vor allem den Spaß an dieser Rolle stets anmerkt. Da verzeiht man ihrer Bella sogar die blöde Angewohnheit, junge Leute gluckenhaft zu duzen. In ihrem 34. Fall, „Angeklagt“, den der renommierte österreichische Regisseur Julian Roman Pölsler („Die Wand“) nach einem Drehbuch von Stefan Holtz und Florian Iwersen inszeniert hat, wird Bella Block mit einer vermeintlichen Kindsmörderin konfrontiert.

Wertung:

„Angeklagt“ | ZDF

Krimi aus der Reihe „Bella Block“

Samstag, 20.15 Uhr

3 Sterne von 5

Die Leiche eines kleinen Mädchens, das vor vier Jahren entführt worden sein soll, wird in einer alten Fabrikhalle entdeckt. Die Mutter des Kindes, die erfolgreiche Modemacherin Jana Larson (Karoline Eichhorn), wird nun vor Gericht beschuldigt, die Kleine versehentlich oder sogar mit Absicht getötet zu haben. Alle Indizien sprechen jedenfalls gegen die Frau. Selbst ihre Familie scheint sich von ihr abgewandt zu haben, die Boulevardpresse hat sie als „Jana, die Schreckliche“ längst vorverurteilt.

Die Sache scheint also klar zu sein, und genau das stört eine widerborstig skeptische Querdenkerin wie Bella Block. Sie selbst sagt in dem Prozess als Zeugin aus, weil sie damals die Mutter als erste verhört hat, sich dann allerdings nicht weiter um den Fall kümmern konnte. Was sie jetzt als Kommissarin im Ruhestand nachholt, auch weil Strafverteidiger Volkmann (Tim Bergmann) neue Beweismittel vorlegt und sie um Hilfe bittet. Doch Jana Larson verhält sich in einem ersten Gespräch mit Bella seltsam sperrig, auch das Verhalten ihres erwachsenen Sohnes (Jannik Schümann), der die Aussage verweigert, ist merkwürdig.

Lange Zeit kommt Bella bei ihren Ermittlungen nicht weiter. Und auch der Zuschauer weiß nicht mehr als die pensionierte Kommissarin. Genau das sorgt für Spannung. Die eigentliche Geschichte allerdings ist leider nicht besonders raffiniert, auch die Dialoge sind häufig platt. Gegen Ende nimmt die Story dann allerdings doch noch eine überraschende Wendung, bei der Bella alles Gluckenhafte ablegt und eiskalt, ja sogar ein bisschen grausam den Täter (oder die Täterin) überführt. Sie kann nämlich auch anders. Und das wünscht man sich auch von ihrem 35. Fall, „Lissabon“, mit dem sie 2014 in ihr 20. Fernsehjahr geht.

Von Ernst Corinth

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