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Medien & TV „Mein Name steht für Disziplin“
Nachrichten Medien & TV „Mein Name steht für Disziplin“
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18:47 12.06.2014
Von Jan Freitag
ARCHIV - Der frühere Nationaltorwart Oliver Kahn, aufgenommen am 05.12.2012 in München. Foto: Andreas Gebert/dpa (zu dpa "Oliver Kahns Sohn soll kein Torwart werden" vom 11.06.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: Andreas Gebert
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Herr Kahn, Sie waren 20 Jahre Sportler, bevor Sie ins Fernsehen gewechselt sind.

Was ich auch schon wieder sechs Jahre mache. Puh.

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Wann werden Sie mehr Sportjournalist als Ex-Fußballer sein?

Ich sehe mich schon lang nicht mehr als Ex-Fußballer und noch lang nicht als Sportjournalist, höchstens als sportjournalistischer Zuarbeiter. Der Zuschauer ist ja mit Informationen bis zum Abwinken überversorgt, weshalb ich sie nur ein bisschen besser einordnen und bewerten will. Das ist eine Aufgabe, die ein, ... ein...

... Experte?

So nennt es jedenfalls das ZDF.

Sind Sie nicht vor allem prominentes Zugpferd?

Nur als prominenter Name würden Sie in der Branche nicht lange überleben. Man muss schon auch was liefern.

Was qualifiziert Sie dazu?

Die Erfahrung aus 14 Jahren FC Bayern, da gehörte die Kamera zum Alltag. Außerdem habe ich mir eine gewisse Routine erarbeitet. Da helfen meine 15 bis 20 Vorträge im Jahr.

Würde man Sie auch ohne den Namen Kahn so oft als Redner in Wirtschaftsdingen buchen?

In meinen Vorträgen versuche ich, Parallelen zwischen Wirtschaft und Sport zu vermitteln. Weil mein Name für Disziplin, Motivation, mentale Stärke steht, ist er nicht davon zu trennen. Das kann hilfreich sein, aber als Unternehmer auch Nachteile haben, wenn es nur darum geht, mal den Oli Kahn kennenzulernen. Deshalb habe ich meinen Master of Business Administration gemacht.

Kann man die Aufregung des Moderators und des Spielers vergleichen?

Das sind völlig verschiedene Paar Schuhe. Schon weil sich meine Anspannung sofort auf den Bildschirm übertragen würde, gehe ich als Experte mit einer gewissen Lockerheit in ein Turnier. Wenn ich verkrampft bin, kann ich nicht kreativ sein. Andererseits weiß ich, was in mir vorginge, wenn ich spielen würde, und das fühlt sich nicht nur positiv an.

Inwiefern?

Als ich 2010 mit Katrin Müller-Hohenstein das Finale Spanien gegen Holland moderiert habe, da kam mir auch mein Finale von 2002 in Japan und Südkorea ins Gedächtnis ...

Wo Sie den Ball vor Ronaldos Füße fallen gelassen haben.

Sehen Sie! Das kam auch bei mir wieder hoch. Andererseits ist es gut, dass ich das aktiv vor der Kamera aufarbeiten kann. . Ich habe alles verarbeitet und gehe auch deshalb entspannt an diese Aufgaben ran, weil ich mit vielen Dingen meinen Frieden gefunden habe.

Was sagt der Privatmensch, wer Weltmeister wird, und was sagt der Experte?

Da beide deckungsgleich sind, kann ich nur mit einer Zunge tippen: entweder Brasilien oder Deutschland. Aber ich habe leider keine Glaskugel.

Interview: Jan Freitag

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