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Medien & TV Oliver Pocher startet seine Late-Night-Show
Nachrichten Medien & TV Oliver Pocher startet seine Late-Night-Show
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14:05 02.10.2009
Oliver Pocher Quelle: ddp
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Er werde mit Shakira auf der Bühne tanzen, versprach Pocher am Dienstag bei der Vorstellung der Sendung: „Auch wenn Shakiras Plattenfirma von der Vorstellung noch nicht so begeistert ist.“

Nach anderthalb Jahren an der Seite von Harald Schmidt in der ARD muss der ausgebildete Versicherungskaufmann nun allein bestehen. Für ihn kein Problem: „Wir lassen ermüdende Promo-Talks und gepflegte Langeweile sein und binden die Gäste einfach in die Aktionen ein.“

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Dafür wurde ein ehemaliges Premierenkino in der Kölner Innenstadt für zunächst drei Jahre angemietet und aufwendig zum Fernsehstudio umgebaut. Die Sendungen werden jeweils freitags um 18.00 Uhr aufgezeichnet und um 22.15 Uhr ausgestrahlt: „Wenn es sich anbietet, werden wir aber auch live senden“, kündigte Pocher an.

Inmitten des 70er-Jahre-Retro-Charmes will der 31-Jährige zunächst einmal die Woche die 21 Stufen der steilen Showtreppe herunterkommen. Sollte die Sendung ankommen, kann er sich auch häufigere Ausgaben vorstellen.

Das dürfte nicht einfach werden, denn an seinem Sendeplatz, dem Freitagabend, läuft es seit Monaten nicht so gut für Sat.1. Und Pocher weiß, dass dieser Umstand auch für ihn zum Problem werden kann. Es sei nicht so „sein Traumtermin“, räumte er ein: „Ich sehe das aber als eine Herausforderung.“ Früher seien erfolgreiche Sendungen wie „Ladykracher“ auf diesem Sendeplatz gelaufen: „Vielleicht können wir dem Freitag für Sat.1 ja wieder zu seiner alten Stärke verhelfen.“

Er sehe sich als jemand, der vielleicht ein neues Publikumssegment für Sat.1 gewinnen könne. Außerdem gehe er immer dorthin, „wo die Not am größten ist“. Zu den Erwartungen für die erste Ausgabe der Show sagte Pocher: „Mir geht’s wie der SPD - ich bin mit 23 Prozent zufrieden.“

Pocher setzt ganz auf das klassische Late-Night-Konzept - mit Stand-Up, Einspielfilmen und Plausch mit mehr oder weniger prominenten Gästen. Regelmäßig dabei sein wird sein Vater Gerhard, mit dem Pocher schon am Samstagabend beim Deutschen Fernsehpreis auftauchte. „Mein Vater wäre längst schon nach Köln gezogen, aber meine Mutter zögert noch ein bisschen“, sagte Pocher junior: „Ich dachte mir, ehe er ’Hartz IV’ kriegt, lassen wir ihn noch mal in die Medienbranche reinschnuppern.“

Neben Parodien wird es eine neue Variante von „Rent a Pocher“ geben, die Sendung, die ihm bei ProSieben den Durchbruch gebracht hatte. Jetzt heißt es „Auftrag für Pocher“. Dabei wird unter anderem von ihm verlangt, dass er in Dubrovnik von 20 Meter hohen Klippen ins Meer springt.

Bei den Gästen sei er offen nach vielen Richtungen, beteuerte Pocher. Allerdings: Seinen alten Weggefährten Harald Schmidt will er sich nicht in seine Sendung einladen: „Warum sollte ich? Ich will mir doch die Einschaltquote nicht kaputtmachen!“.

Später zeigte sich Pocher dann doch versöhnlich: „Wir haben eine erfolgreiche Sendung gemacht, die der ARD viele junge Zuschauer gebracht hat und mir eine bestimmte Zeit lang viel Spaß gemacht hat.“ Wenn man aber merke, dass man immer nur als „das Talent“ gilt, „dann muss man halt sehen, wo man sein Talent an anderer Stelle einbindet“, konstatierte er lakonisch. Von der „Oliver Pocher Show“ sind zunächst 33 Ausgaben vorgesehen.

ddp