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Medien & TV Palästinenser kreieren Protest-Währung auf Facebook
Nachrichten Medien & TV Palästinenser kreieren Protest-Währung auf Facebook
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12:10 13.03.2011
Palästinenser kreieren auf Facebook Protest-Geldscheine mit einer Botschaft. Quelle: dpa

Wundern Sie sich nicht, wenn sie eines Tages eine Überraschung in ihrem Portemonnaie entdecken: Neben einem Euro-Schein mit gotischen Fensterbögen oder George Washington auf dem Dollar könnten sie etwas Neues entdecken. Einen Schein mit dem Schriftzug „Free Palestine“, was sich wahlweise mit „Freies Palästina“ oder „Befreit Palästina“ übersetzen lässt.

Das ist dann das Ergebnis einer pazifistischen Widerstandskampagne von palästinensischen Gegnern der israelischen Besatzungspolitik. Dank Facebook hoffen die Organisatoren, ihre Idee weltweit verbreiten zu können - einer von vielen Versuchen, soziale Netzwerke für Zwecke der Palästinenser zu verwenden. Anfang März startete die neueste Kampagne mit einem israelischen 50-Schekel- Schein (rund 10 Euro) - mit dem handgeschriebenen Slogan in großen, schwarzen Buchstaben quer darüber. Bald, so hoffen die Organisatoren, wird ihr Spruch weltweit auf Geldscheinen erscheinen.

Mit Schekel wird neben Israel im Westjordanland, im Gaza-Streifen und im arabischen Ostjerusalem bezahlt - aber die “Überall-Kampagne“ hat sich schnell weiterverbreitet. „Egal, aus welchem Land Du auch kommst, egal, in welcher Währung Du bezahlst - schreib mit einem Kuli oder einem Filzstift „Befreit Palästina“ drauf“, fordert die Facebook-Seite. „Diese Botschaft muss weit und breit ankommen.“

Einen Tag nach dem Start der Kampagne zeigte eine weitere Facebook-Seite bereits indonesische Rupien, Euro- und US-Dollar-Scheine mit der Botschaft. Königin Elisabeth II. scheint „Befreit Palästina“ auf einer 20-Pfund-Note (23 Euro) geradezu herauszuschreien, während auf einer kanadischen 20-Dollar-Note (15 Euro) auch gleich noch „Stoppt die Gaza-Blockade“ zu lesen ist.

Die drei Organisatoren der Gruppe glauben fest an „gewaltfreien nationalen Widerstand“. „Das ist ein einfacher, kreativer, friedlicher und innovativer Weg“ des Protests gegen die Besatzung, sagen sie. „Einfach nur „Befreit Palästina“ - das wird sich in den Köpfen der Menschen festsetzen. Einige werden hinschauen, andere nicht, aber diese lebendige Botschaft erreicht die Leute auf etwas, das man überall auf der Welt jeden Tag in der Hand hält.“

Es gibt aber bereits viele warnende Stimmen gegen die Kampagne. Die israelische Nationalbank ist nämlich nicht verpflichtet, solche Banknoten zurückzunehmen. Das heißt, dass sich palästinensische Händler weigern könnten, solches Geld anzunehmen.

Frühere Versuche mit ähnlicher Stoßrichtung haben mal mehr und mal weniger Erfolg gehabt. „Die Gaza-Jugend bricht aus“ war der Name einer ersten Facebook-Gruppe, die im Januar gegründet wurde. Fünf Studenten aus dem Gazastreifen, die anonym bleiben wollten, veröffentlichten ein furioses Manifest gegen Israel, die regierende Hamas, die Fatah-Regierung im Westjordanland und die internationale Gemeinschaft.

Sie sparten nicht mit Kraftausdrücken: „Scheiß auf die Hamas, scheiß auf Israel, scheiß auf die Fatah, scheiß auf die Vereinten Nationen, Scheiß auf die UNWRA (Die UN-Flüchtlingshilfe für Palästina), scheiß auf die USA“, hieß es recht undifferenziert in dem Wut-Dokument. Die Seite fand dennoch schnell viele Mitglieder.

Aber wie viel Druck auch immer sich im Netz aufbaut - es ist noch nicht zu Straßenprotesten wie im Nachbarland Ägypten gekommen. Denn die Hamas verhinderte in den vergangenen Wochen jeden Versuch. Am 28. Februar stürmten ihre Ordnungskräfte kurzerhand eine Kundgebung in Gaza-Stadt für politische Freiheit und ein Ende der Spaltung unter den Palästinensern.

Palästinensische Regierungsvertreter haben derweil selbst gelernt, Facebook intensiver zu nutzen. Niemand weniger als der aktuelle Premier Salam Fajad fragte auf seiner persönlichen Seite in einer Nachricht zu den bevorstehenden Parlamentswahlen: „Wer hat Eurer Meinung nach die meiste Glaubwürdigkeit, Führungskraft und das nötige Wissen, um ihm ein Ministeramt anvertrauen zu können?“, und ergänzte: „Nennt mir einen Ort und eine Person!“.

Jetzt haben Palästinenser über Facebook und den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter zu einem neuen Aufstand gegen Israel aufgerufen. Mehr als 52.000 Facebook-Mitglieder haben auf der Seite „Die dritte Intifada“ bereits „Gefällt mir“ geklickt. Die Einwohner der umliegenden arabischen Staaten werden dazu aufgerufen, am 15. Mai in Richtung Palästina zu marschieren und es zu befreien. An diesem sogenannten Nakba-Tag erinnern die Palästinenser an Flucht und Vertreibung nach der israelischen Staatsgründung 1948.

dpa

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