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Medien & TV Pechstein will Geld von der ARD
Nachrichten Medien & TV Pechstein will Geld von der ARD
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20:55 02.05.2012
Von Carsten Schmidt
Claudia Pechstein will rechtlich gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorgehen. Quelle: dpa
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Hannover

Claudia Pechstein geht gegen das öffentlich-rechtliche Fernsehen vor. Die fünfmalige Olympiasiegerin im Eisschnelllauf kündigte am Mittwoch auf ihrer Homepage eine Schadensersatzklage gegen die ARD an. Sie sei in der „Sportschau“ des Senders vom 29. Januar zu Unrecht in Dopingverdacht gebracht worden, deshalb sei ein lukrativer Sponsorenvertrag geplatzt, teilte die 40-Jährige mit. „Reporter Hajo Seppelt hat mich öffentlich denunziert. Er hat die Behauptung aufgestellt, an mir sei eine verbotene Blutbehandlung durchgeführt worden. Diese Behauptung ist falsch und hat mir erheblichen Schaden zugefügt.“

In dem fraglichen „Sportschau“-Beitrag hatten die Fernsehjournalisten Seppelt und Uli Loke über die Methoden des Erfurter Sportmediziners Andreas Franke berichtet. Franke habe von etwa 2006 an Sportlern Blut entnommen und dieses einer ultravioletten Strahlenbehandlung unterzogen, wobei unter Experten umstritten ist, ob so ein Vorgehen einen leistungssteigernden Effekt besitzt. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) stellte erst vor Kurzem klar, dass ein solches Verfahren gegen ihr Regelwerk verstößt, allerdings erst seit dem 1. Januar 2011. Die meisten Behandlungen der laut Seppelt und Loke insgesamt 28 Sportler geschahen wohl vor diesem Stichtag und verstoßen daher nicht gegen den WADA-Code.

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Pechstein, die den Journalisten zufolge von Franke behandelt worden sein soll, hatte unmittelbar vor der Ausstrahlung des ARD-Beitrags betont, dass sie von Dopingermittlung nicht betroffen sei und „niemals zu unerlaubten Mitteln oder Methoden gegriffen habe“. Die ARD reagierte abwartend auf die Ankündigung der Schadensersatzklage. „Zunächst einmal müssen wir schauen, an wen die Klage direkt gerichtet sein wird“, sagte Sportkoordinator Axel Balkausky.(mit: dpa)

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