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Medien & TV Der Zorn der Zuschauer
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00:15 26.01.2014
Von Imre Grimm
"Wenn der Rest mich als Deppen sieht, ist es auch in Ordnung." Markus Lanz steht in der Kritik. Quelle: dpa
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Mit einem hadersüchtig-stillosen Interview mit der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht, das einem 30-minütigen Kalten Krieg gleichkam, hat sich der ohnehin schon angezählte „Wetten, dass...?“-Moderator den Zorn Zehntausender Zuschauer zugezogen. In einer Online-Petition – initiiert von der Leipzigerin Maren Müller – fordern 150.000 Unterzeichner: „Raus mit Markus Lanz aus meiner Rundfunkgebühr!“

Eilfertig sekundiert von „stern“-Vize Hans-Ulrich Jörges war Lanz der „schönsten Linken aller Zeiten“ (Lanz) dutzendfach übers Maul gefahren. Und ausgerechnet Wagenknecht, die üblicherweise keinerlei Beistand benötigt, gilt jetzt wegen ihrer souveränen Standhaftigkeit als Jeanne d’Arc der Mediengerechtigkeit. Während sich Lanz selbst zum zweiten medialen Buhmann der Woche machte – neben Dschungelcamp-Aussteiger Michael Wendler.

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Und Lanz? Schweigt.

Nun ist es keine ganz frische Erkenntnis, dass der 44-jährige Lanz („Da muss ich einmal einhaken“) mit abweichenden politischen Meinungen ähnlich unlocker umgeht wie mit Hollywoodstars mit Katzenmütze auf dem Kopf. Am Beispiel Wagenknecht aber kristallisiert nun die Erbitterung derjenigen, die Lanz schon länger für überfordert halten. Er habe Probleme damit, „dem politischen Spektrum links der Mitte mit einem Mindestmaß an Höflichkeit zu begegnen“, kritisiert Müller im Petitionstext.

Online-Petitionen sind fix gestartet. Viele verpuffen rasch. Aber 150.000 Unterzeichner sind selbst in der schnell empörten Netzwelt eine amtliche Hausnummer. Das ZDF entschuldigte sich lauwarm bei Wagenknecht. Sie sei allerdings, heißt es in einem Zuschauer-Formbrief, „mit der Auseinandersetzung in der Sendung zufrieden gewesen“. Wagenknecht reagierte per Twitter irritiert. Diese Behauptung sei „doch etwas arg frech“.

Und Lanz? Schweigt. Am Sonnabend geht in Karlsruhe seine elfte „Wetten, dass...?“-Ausgabe über die Bühne. Er will das durchziehen. „Jetzt aufzuhören, wäre uncool“, sagte er jüngst im „stern“. Viel wichtiger sei, „dass ich für meinen Sohn und meine Frau ein Held bin. Und wenn der Rest mich als Deppen sieht, ist es auch in Ordnung.“ Insofern: Alles in Ordnung bei Markus Lanz.

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