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00:15 18.12.2013
Ein einsamer Tierfreund bei einem schweren Gang: Waldner (Fabian Hinrichs) trägt den toten Wolf durchs brandenburgische Kaskow . Quelle: rbb
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Hannover

Dank Hinrichs und dank der vom Naturfilmer Sebastian Koerner – auch in der Lüneburger Heide – aufgenommenen Wölfe ist dieser Film zumindest halbwegs sehenswert, obwohl ihm leider die für einen Krimi nun mal notwendige Spannung fehlt und sich viel zu schnell gepflegte Langeweile breitmacht.

Die Geschichte handelt von der Rückkehr der Wölfe und den damit einhergehenden Ängsten der Menschen – und wie sollte es anders sein, von einem Mord. Tatort ist die tiefste brandenburgische Provinz, die wie schon beim vorherigen Brandenburger „Polizeiruf“ („Vor aller Augen“) beinahe wie eine klassische Westernlandschaft ausschaut. Dorthin werden die Potsdamer Kommissarin Olga Lenski (Maria Simon) und der Polizeihauptwachtmeister Krause (Horst Krause) wegen eines Mordes gerufen.

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Doch das vermeintlich menschliche Opfer entpuppt sich als getöteter Wolf, für den die Mordkommission natürlich nicht zuständig ist. Doch dann fallen Schüsse auf den Bauwagen des vom Lande bezahlten Wolfbeobachters Stefan Waldner (Hinrichs), eines Sonderlings, der wegen seines Eintretens für die wenig geliebten Tiere von den Einheimischen misstrauisch beobachtet wird.

Verdächtig sind vielen beispielsweise der örtliche Vorsitzende des Jagdvereins, die Schlossherrin von Taupitz und ihr Jagdaufseher. Als letzterer wenig später erschlagen im Wald aufgefunden wird, haben die Potsdamer Ermittler bald den Verdacht, dass es bei dieser Tat nicht nur um die Wölfe geht. Lenski und Krause stoßen auf eine düstere Geschichte aus der DDR-Vergangenheit: Der Wolfsfreund ist Dorfbewohnern aus tragischen Kindheitstagen bekannt.

Was dann folgt, sind schier endlose Verhöre. Und wenn mal nicht geredet wird, sieht der Zuschauer die Kommissarin, wie sie mit ihrem Dienstwagen quer durch die brandenburgische Prärie fährt – von Verdächtigem zu Verdächtigem, um mit diesen dann wieder schier endlos zu reden. Tempo ist in dem von Ed Herzog nach einem Drehbuch von Rainer Butt inszenierten Film ein Fremdwort. Und für den für einen ARD-Sonntagskrimi offenbar obligatorischen Witz sorgt allein ein Waschbär, der sich im Kommissariat einquartiert hat, um nun dort fröhlich durch die Decke zu pieseln. Immerhin Naturfilmer Koerner aber ist mit dem Film zufrieden: „Ich finde es toll, dass die Tiere durch meine dokumentarischen Aufnahmen für sich sprechen können.“

Wolfsland“ | ARD
Krimi aus der Reihe „Polizeiruf 110
Sonntag, 20.15 Uhr

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