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22:42 14.09.2012
Drama, Baby: Der Schurke Van Hassel (Clemens Schick, rechts) will das Bernsteinzimmer in seinen Besitz bringen und bedroht Krimi (Sonja Gerhardt, links), Eik (Kai Wiesinger, Mitte), der die schwer verletzte Katharina (Bettina Zimmermann) trägt, und Justus (Fabian Busch) mit einer Waffe... Quelle: RTL
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Berlin

Wohl fast jedes Land hat sein Ungeheuer von Loch Ness. In Deutschland hat das legendäre Bernsteinzimmer eine ähnliche Funktion wie Nessie. Meist taucht es im Sommerloch recht unvermittelt auf und sorgt dann medial für ein bisschen Aufregung. Entstanden ist dieser wertvoll gestaltete Raum im Auftrag des Preußenkönigs Friedrich I. der ihn in sein Berliner Stadtschloss hat einbauen lassen. Später ist es an den russischen Zaren Peter den Großen verschenkt worden. Es hat den Katharinenpalast bei Sankt Petersburg geschmückt, bis es während des Zweiten Weltkriegs von deutschen Soldaten geraubt worden ist. 1942 ist es dann im Königsberger Schloss ausgestellt worden. Seit dem Kriegsende ist es jedoch spurlos verschwunden – ja, womöglich durch die Folge eines Luftangriffes verbrannt. Doch bewiesen ist dies nicht. Und daher gibt es seitdem immer wieder neue Spekulationen über den Verbleib des kostbaren Schmuckstücks.

Eine ziemlich haarsträubende, aber durchaus unterhaltsame Version präsentiert nun der Action-Fernsehfilm „Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer“. In ihm gehen die RTL-Helden bereits zum dritten Mal auf die Suche nach einem mythischen Kleinod. Die Vorgängerfilme hießen „Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen“ (2008) und „Die Jagd nach der Heiligen Lanze“ (2010).

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Hinter dem Verschwinden des Bernsteinzimmers steckt, wie im aktuellen Film lustigerweise behauptet wird, kein Geringerer als Albert Einstein. Das Universalgenie habe es während des Krieges und im Stil eines modernen Robin Hoods von den Nazis geraubt und dann sorgsam vor ihnen versteckt. Der Grund für Einsteins seltsam unakademisches Vorgehen ist jedoch nicht das Bernsteinzimmer selbst gewesen, sondern der im Schmuckstein verborgene und konservierte Samen des seit der Antike ausgestorbenen Silphiums. Einer Heilpflanze, der man wundersame Kräfte nachsagt.

Mehr als 60 Jahre später stößt nun Einsteins Urenkelin Mila (Annika Blendl) auf einen verborgenen Hinweis ihres Vorfahren, der zu dem Bernsteinzimmer führen könnte. Die junge Frau engagiert daraufhin „Deutschlands bekanntesten Schatzsucher“ Eik Meiers (Kai Wiesinger), der schon aus dem zweiten Teil dieser kleinen Filmreihe bekannt ist. Aber auch der skrupellose Chef eines Pharmaunternehmens, Jan van Hassel (Clemens Schick), interessiert sich leider für diesen Schatz – wegen des Silphiums, von dem er sich ein Riesengeschäft verspricht.

Nach einem äußerst turbulenten Beginn, bei dem der gute Eik am Strand von St. Peter-Ording von Schergen van Hassels kurzfristig außer Gefecht gesetzt wird, beginnt eine turbulente Schnitzeljagd. Sie führt den Schatzsucher und sein kleines Team quer durch die ganze Republik bis zum finalen Showdown in den bayrischen Alpen.

Und diese Schnitzeljagd, die für fünf Millionen Euro für einen TV-Film recht aufwendig inszeniert ist, ist für Freunde knallbunter Abenteuerfilme einfach ein köstlicher Spaß. Besonders weil nicht nur die absolut sinnfreie Geschichte augenzwinkernd erzählt wird, sondern selbst die explosivsten Actioneinlagen bewusst eher lustig als dramatisch ernst wirken. Aber auch den Schauspielern macht das Spektakel sichtbar Spaß. So kann Wiesinger zwischendurch sogar wie einst Indiana Jones mit der Peitsche knallen. Bettina Zimmermann als seine Frau zeigt erstaunliche Action-Fähigkeiten. Und Clemens Schick ist sowieso stets ein genialer Schurke.

Kurz: Was Florian Baxmeyer hier inszeniert hat, ist also amüsantes Popcornkino für den heimischen Bildschirm. Und eine Fortsetzung wird am Schluss bereits angedroht. Dann soll es angeblich um die Bundeslade gehen. Es bleibt einem auch nichts erspart.

Ernst Corinth

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