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14:34 03.07.2012
Lucy Diakovska (links) , Senna Guemmour (Mitte), Ross Antony (vorn) und Detlef D! Soost wollen der Castingshow Popstars zu neuem Glanz verhelfen. Quelle: dpa
Berlin

Schon einmal vom Gesangsduo Some and Any gehört? Oder der Girlband LaVive? Wenn ja, gehören Sie zu den wohl treuesten Fans der ProSieben-Castingshow „Popstars“. Die Gewinnerbands der letzten beiden Staffeln blieben unbekannt, erfolglos und lösten sich mal nach sechs, mal nach drei Monaten schon wieder auf.

Die Erfolglosigkeit der Casting-Gewinner stürzte auch ihre Entdeckershow, die an diesem Donnerstag in die zehnte Staffel geht, in eine Krise: „Es ist für mich ehrlich gesagt ein Wermutstropfen, dass die letzten Bands noch nicht einmal einen Achtungserfolg in den Charts hatten“, gibt „Popstars“-Urgestein Detlef D! Soost im dpa-Interview offen zu. „Deswegen haben wir ein Jahr Pause eingelegt, eine neue Jury gesucht und richten jetzt den Blick wieder aufs Detail.“

Die Gewinnerband soll jetzt nicht mehr nur nach Stimme und Aussehen ausgewählt werden, die Bandmitglieder sollen auch hinter der Bühne miteinander harmonieren – auch daran hatte es zuletzt gehapert. Zurück zu den Wurzeln, zurück zu erfolgreicheren Zeiten? Die gab es bei „Popstars“ durchaus. Die erste Staffel brachte die No Angels hervor, die erfolgreichste Girlband Deutschlands. Es folgten unter anderem die Multi-Kulti-Truppe Bro'Sis (2001) und die drei Mädels von Monrose (2006). Kein Wunder, dass die Macher der Show ihre drei erfolgreichsten Produkte, allesamt mittlerweile aufgelöst, in der Jubiläumsstaffel wieder ausgegraben haben.

Lucy Diakovska  (36, No Angels), Ross Antony (37, Bro'Sis) und Senna Guemmour (32, Monrose) sitzen in diesem Jahr in der Jury – natürlich neben Dauerbrenner Detlef D! Soost, der seit der ersten Staffel als Coach oder Juror mit dabei ist. Für die Jury ist die Show, die in diesem Jahr wieder Station auf der Urlaubsinsel Ibiza macht, eine echte Herzensangelegenheit: „Die Erinnerungen sind unglaublich. Ich sitze diesmal zwar auf der anderen Seite, aber weiß genau, was die Kandidaten gerade fühlen. Wir können ihnen aus eigener Erfahrung Tipps geben und sie auf ihrem Weg begleiten“, erzählt Ross Antony. Eine Jury aus Ex-Kandidaten ist aber nicht die einzige Neuerung, mit der ProSieben seine „Popstars“ wieder auf die Erfolgsspur bringen will.

Das Punktesystem soll die Entscheidungen transparenter machen. Jeder Juror kann null bis drei Punkte vergeben. Die Kandidaten kommen nur weiter, wenn sie mindestens acht Punkte erhalten. Im Recall soll dann ein Leuchtmikrofon für zusätzliche Spannung sorgen. Die Jury hat die Möglichkeit, während der Gruppenperformance einzelne Mikros auszuschalten, um sich voll und ganz auf eine Stimme zu konzentrieren: „Wenn der Kandidat in diesen 10 bis 15 Sekunden abliefert, ist alles gut. Wenn er dem Druck nicht Stand hält, geht er nach Hause“, erklärt Soost.

Ob die neuen Elemente der Show auch den gewünschten Erfolg zurück bringen, bleibt abzuwarten. ProSieben steht zu Beginn der 10. Staffel jedenfalls unter Druck. Zumal der Sender zuletzt mit dem hochgelobten Format „The Voice of Germany“ gezeigt hat, dass ihm die Castingshow-Kompetenz nicht abhandengekommen ist. Aber einen weiteren Flop sollten sich die „Popstars“-Macher nach Some and Any und LaVive nicht mehr leisten.

dpa

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